Raus gehen.

Heute ist so ein Tag. Ich hatte Urlaub, war also länger nicht gezwungen, das Haus zu verlassen.Was ich trotzdem problemlos gemacht habe, aber eben nicht gezwungenermaßen, sondern nur freiwillig wenn ich mich danach gefühlt habe. Danach habe ich drei Tage gearbeitet. Am zweiten Tag hatte ich eine schlimme Panikkattacke.

Nach dem 3. Tag hat mich ein Infekt erwischt und ich bin zu Hause geblieben. Und heute war ich das erste Mal wieder alleine draußen. Whom! Bang! PANIK. Nicht einfach so. Letzte Woche stand ich auch an der Supermarktkasse und hatte eine Panikattacke, eine schlimme. Die schlimmste seit langem. Ja und wo kam die her? Ja, ich weiß. Ich weiß es. Finanzielle Sorgen, also Existenzängste. Und Trennungsängste. Das kenne ich doch schon. Jeden Tag grübele ich deshalb. Sollte ich mich trennen? Oder es doch weiter versuchen? Aber wenn ja, wie? Ich drehe mich da nur im Kreis. Seit Wochen. Ich. Bin. Einfach. Nicht. Ich. Selbst.

Wozu?

Um über meine Vergangenheit zu schreiben, einen Weg in die Zukunft zu ebnen, aber vor allem um zu lernen im ewigen Jetzt zu leben und zu atmen.

Ich habe mich mein Leben lang versteckt. Und nun will ich mich zeigen. Zwar anonym, was ja ein Widerspruch ist, aber dafür weltweit – weil wir uns hier ja im www befinden.

Schreiben war mir immer ein Ventil und eine Möglichkeit mich ins Leben zurückzuziehen – raus nämlich aus Geschäftigkeit hinein ins Hier und Jetzt. Es muss doch eine Möglichkeit geben, ein aufrichtiges Leben zu führen, eines ohne Masken und Ausflüchte. Ein Leben voller Respekt und Selbstrespekt, einfach so, wie es ist.
Ich mache das für mich. Und vielleicht aber auch für Dich, weil Du Dich in manchem vielleicht wieder findest. Mir hat das oft geholfen. Ein Songtext oder ein Artikel in einem Fanzine, heute vielleicht manchmal ein Blogartikel. Obwohl ich eigentlich keine Blogleserin bin.

Fakten: Ich bin knapp über 40 Jahre alt, Mutter einer 5-jährigen, seit meiner Kindheit agoraphobisch, erlebte subtilen(?) emotionalen Missbrauch durch meine Familie, ich bin hochsensibel, Synästhetikerin, relativ klug und unglaublich dumm. Ich habe Multiple Sklerose und der Vater meines Kindes ist trockener? Alkoholiker, d.h. coabhängig war/bin ich auch noch. Ich habe Stärken und Schwächen, genau wie jeder Mensch. Es ist unangenehm, all dies hier so zu schreiben, – klingt es so, als würde ich mich für einen besonderen Menschen halten? Manchmal tue ich das. Aber deshalb nicht unbedingt besonders toll. Ich habe nur schon immer meine eigenen Gedanken gedacht und nie einen Platz gefunden. Ich kann mich zu keiner Gruppe zugehörig fühlen. Ich esse hauptsächlich vegetarisch, bin aber keine Vegetarierin, Veganerin auch nicht, obwohl ich oft vegan koche und backe. Ich mag keine Dogmen und ich mag mich auch nicht festlegen. Das Leben ist ein Fluss und ich bin Teil des Wassers, – oder möchte es sein. Oft bin ich auch die, die versucht sich am Ufer festzuhalten.