Schub – und nun?

Ich war bei der Hausärztin und habe mich krank schreiben lassen – auch wenn ich da als Selbstständige erstmal nicht so viel von habe. Nun hab ich eine Überweisung zur Neurologin in der Tasche, die ich aber erstmal nicht nutzen werde. Die ärztlichen Leitlinien zur Behandlung eines akuten Schubes der Multiplen Sklerose empfehlen eine Kortison Hochdosistherapie. D.h. ich bekäme dann drei Tage lang jeweils 500–1000 mg Kortison in die Vene gejagt. 500 bis 1.000 weil das der eine Behandler so handhabt und die andere so.

Dann schau ich aber mal wieder in diese Broschüre der Uniklinik Hamburg – und dann finde ich das mit dem Kortison gar nicht wirklich gut. Bisher habe ich meine Schübe immer ohne Kortison überlebt und ich hoffe, das kann so bleiben.

Beim ersten Schub, der mich vor 14 Jahren ins Krankenhaus brachte, bekam ich noch keine Diagnose und daher auch keine Behandlung angeboten. Die Symptome bildeten sich mit der Zeit zurück. Als ich neun Jahre später wieder einen Schub hatte, zogen bis zur Diagnosestellung einige Wochen ins Land. Der Neurologe bei dem ich war, verschrieb mir Kortison in Tablettenform – 3 Tage je 25mg. Was im Verhältnis zu den oben genannten 1.000 mg ja doch recht wenig ist. Meine jetztige Neurologin meinte dazu mal, er hätte mir dann vom Nutzen her ebensogut Aspirin geben können. Aber direkt am 2. Tag nach der Einnahme bildete sich das damals quälende Symptom (nächtliche Restless Legs) stark zurück. Alle anderen Symptome verschwanden weitestestgehend in den nächsten Monaten, was, glaube ich, nicht an den Tabletten lag.

Der 3. Schub war die besagte Sehnervenentzündung vor exakt drei Jahren. Meine Neurologin empfahl mir dringend die Hochdosistherapie um mein Augenlicht zu schützen. Aber da hatte ich schon die Broschüre gelesen. Ich habe einfach einen riesigen Respekt vor diesen hohen Kortisongaben – vor allem bei meiner Vorgeschichte mit Angststörungen und Depressionen. Und lehnte die Behandlung deshalb ab. Ich bin dann ein paar Tage in den Urlaub gefahren statt ins Krankenhaus zu gehen. Ziemlich verrückt. Aber für mich hat es funktioniert. Vielleicht auch einfach Glück. Und ich hatte auch nur eine leichte Verminderung meines Sehvermögens auf dem rechten Auge – damit hätte ich zur Not auch leben können, wenn es so geblieben wäre. Ist es aber nicht. Ein Test im letzten Jahr zeigte, das ich keinerlei Schäden davon getragen habe.

Also auch diesmal kein Kortison. Stattdessen:

  • Gaaaaaaanz viel Ruhe
  • Bromelain als Entzündungshemmer
  • Hörbücher statt Monitorarbeit und Filme gucken
  • Gutes und gesundes Essen, viel Rohkost und Obst
  • Visualisierungsübungen und Entspannungsübungen
  • Möglichst viel Schlaf
  • Kleine Spaziergänge
  • Etwas Yoga

Sehr lange kann ich das so nicht betreiben, da ich doch selbstständig bin und der Rubel irgendwie weiter rollen muss. Es ist schwer, nicht panisch zu werden angesichts meiner Finanzlage. Aber: Mir bleibt gerade nichts anderes übrig als darauf zu vertrauen, dass es alles irgendwie gehen wird.

5 Kommentare zu „Schub – und nun?

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