Dunkle Schwester

Meist kommst Du aber aus dem Hinterhalt. Legst Dich schwer auf mich, auf meine Augen, meine Haut, gießt Blei in meine Glieder, Gift. Flüsterst das ich sterben muss so schwach, so schwer.

Hast Du mich verprügelt? Weich geknetet? Wattewolken in meinen Kopf gestreut? Eine Prise Sand ins Getriebe? Wo nimmst Du diese Selbstsicherheit her? Nimmst mir meinen wachen Geist. Pustest mit einem Atemhauch mich um. Ich liege am Boden, im Bett und versuche zu stehen, zu gehen, zu machen, zu leben.

Dunkle Schwester Fatigue, unfassbares Getier. Nimm meine Hand, wir gehören zusammen. Ich schließe die Augen und vielleicht kann ich Dich ein wenig wachkitzeln im Traum mit meinen Roboterfingern. Wir tanzen zusammen den trägen Tango des Todes. Knirsch. Versinken im Treibsand und bauen mit letzter Kraft Sandmännchen-Schlösser. Seufz.

Die Sonne geht  immer wieder auf. Irgendwann. Dann dreht die Sanduhr sich um. Und ich streife Dich ab und sage Au Revoir dunkle Schwester, bis zum nächsten Mal.

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