Schlechtes Gewissen, Tränen und eine gute Zeit

Guten Morgen. Gestern habe ich versucht wirklich mal weitestgehend auf Bildschirm„arbeit“ zu verzichten, mein Auge tat am Abend zuvor ziemlich weh – daher gab’s auch keinen Eintrag im Blog.

Ein bisschen arbeiten musste ich Morgens aber schon. So ist das, wenn man selbstständig ist und ich kann echt sagen: Bei aller Liebe zur Selbstständigkeit (ich bin seit Beendigung meines Studiums selbstständig und kann mir nichts anderes mehr vorstellen) in  Zeiten von Krankheit ist das wirklich eine Last. Die Arbeit staut sich, oder Kunden springen ab (bei mir zum Glück noch nicht geschehen, da ich echt sehr treue Kunden habe), es kommt kein Geld rein, die Ausgaben laufen aber weiter. Darüber sind mir schon in der Schwangerschaft einige graue Haare gewachsen. Irgendwie läuft es aber immer weiter und darauf habe ich mit den Jahren gelernt besser zu vertrauen. Aber Existenzängste begleiten mich dennoch immer – vor allem seit der MS-Diagnose.

Gestern habe ich endlich mal wieder das Kleine Wunder aus dem Kindergarten abgeholt und wir hatten einen schönen Nachmittag. Zwischendrin gab es einen Einbruch mit viel Wut und Tränen – letzteres dann irgendwann auf beiden Seiten. Ich habe natürlich ein total schlechtes Gewissen, dass ich für das Kleine Wunder zur Zeit nicht so viel da sein kann und hab mich sofort gefragt, ob sie mir das übel nimmt. Ich habe Ihr dann nochmal ganz klar gesagt, dass ich selbst traurig darüber bin, es aber momentan nicht anders geht, weil ich so viel schlafen muss, damit mein Auge wieder gut wird. Und das ich sie so lieb wie immer habe und so eine blöde Krankheit daran auch nichts ändern wird. Danach hatten wir dann noch eine echt gute Zeit und ich musste ungefähr 111 x das gleiche Spiel mit ihr spielen.

Ich halte dem blauen Elefanten die Augen zu, sie setzt ihm eine Krone auf, während der Elefant zetert, dass es so dunkel ist und das am Kopf weh tut, was das denn für eine blöde Überraschung sein. Dann dürfen die Augen wieder auf und das Kleine Wunder hält seine Hand als Spiegel vor den Elefanten. Der sagt dann: „Oh, hast Du Besuch mit gebracht? Eine Königin!?“ Sie: „Nein, das bist Du!“ „Ich?? Ohh ja, das bin ja ich! Ich bin eine Königin!!“ Dann springt der Ele dem Kleinen Wunder auf den Schoß, bedeckt es mit Küssen und bedankt sich für das schönste Geschenk, dass er jemals bekommen hat. Und das Kleine Wunder lacht und gluckst und freut sich ungemein. Und dann: „Nochmal, Mama, bitte. Das ist so toll, wie der Elefenat sich so freut.“ (und ich denke: „Seufz. Nochmal?? Okay, es ist so toll, wie sie sich so freut.“ 😀 )

Als sie um 22 Uhr eingeschlafen ist, hab ich mich auc sofort in mein Bett verkrümelt. Und jetzt bin ich müde, weil die Nacht für mich zu kurz war und lege mich nochmal hin.

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