„Ich bin auch müde.“

So viel Müdigkeit. Das ist sie wieder die dunkle Schwester, die ihren schweren Mantel auf mich legt: Fatigue. Heut ist alles mühsam. Vor allem das Augen offen halten.

Das Kleine Wunder wird groß und ich habe das Gefühl, das gerade zu verpassen. Und so war ich mit XY beim Hort um den Betreuungsvertrag zu unterschreiben. Es war nicht so leicht einen Platz zu ergattern und XY hat sich da irgendwie keinerlei Gedanken drum gemacht. Dabei braucht er ja auch viel Zeit für seine Musik und würde nicht ab 12 das Grundschulkind um sich haben wollen. Und in mir grollt wieder der Ärger. Und XY sagt: „Ich vermisse Dich.“. Und ich denke:„Merk ich gar nicht.“

Vorhin klingelte es und das Kleine Wunder stand nebst bestem Freund vor der Tür um Sandspielsachen zu holen. Sie waren vom Kindergarten alleine zu mir gelaufen und stolz wie ein Bienenstock voll emsiger Bienen. Papa wartete am Kindergarten und sie sind groß und stolz die Straße runter und wieder um die Ecke. Huch!

Kurz im Büro nach Post gucken und der Kollege fragt wie es geht. Ich erkläre ihm wie müde ich bin und er sagt:„Ich bin auch müde. Ich mache gleich Feierabend.“ Ich bin auch müde. Das ist ein Satz, den ich schon oft gehört habe. Eine Freundin Bekannte meinte neulich, als ich ihr von meinem Schub schrieb, auffordernd, dass sie es vor Weihnachten richtig genossen hätte, als sie erkältet zwei Wochen krank geschrieben war. Wie schön für sie. Wahrscheinlich war sie auch müde.

 

3 Kommentare zu „„Ich bin auch müde.“

  1. Da denken die Menschen oft nicht sehr lange nach, leider. Da gibt es dann keine Unterscheidung zwischen Müdigkeit und Erschöpfungssyndrom. Ich glaube die wenigsten Leute meinen das böse – aber ich verstehe, dass dich das aufwühlt und verstimmt. „Ich bin auch manchmal traurig“ als Reaktion, wenn ich von meiner Depression erzähle, macht mich ziemlich sprachlos.

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    1. Ja, das verstehe ich sehr gut. Man fühlt sich nicht ernst genommen. Ich wünschte, ich hätte nur eine Erkältung und wäre deshalb müde … und Traurigkeit ist mit Depression überhaupt nicht vergeichbar. Im Gegenteil. Traurigkeit ist ein lebendiges Gefühl!

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      1. Versuch tiiiief einzuatmen, bis 3 oder so zu zählen und es an dir vorbei gehen zu lassen…sie wissen es nicht besser. Und ansonsten – falls du es noch nicht kennst:

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