3 x dankbar, 31.03.2017

  • Zu Hören, dass das Kleine Wunder sich entschlossen hat, noch einmal mit dem Kindergarten den langen Weg zum Töpfern mit dem Rad mit zu fahren, obwohl es ihr letzte Woche so schwer gefallen ist und es so anstrengend für sie war, dass es sie die ganze Woche beschäftigt hat. Ich freue mich über ihren Mut und ihre Entschlossenheit! ❤
  • T’s Anruf mit einem Hilfsangebot es tut einfach so gut, jetzt doch wieder Menschen in der Nähe zu wissen, die für mich da sind. Und dann habe ich seinen Rat befolgt und Hühnersuppe gekocht, damit die blöde Erkältung schnell wieder verschwindet.
  • Spontanes Treffen mit S, Einladung zur Pizza – dabei abends noch draußen sitzen und viele nette Begegnungen aus dem Kiez gehabt. Das war wirklich stimmungsaufhellend!

Mein Therapieweg, Station 2

In dieser Reihe beschreibe ich nach und nach all die Therapien die ich versucht habe um meiner Agoraphobie zu entwachsen.

1992–irgendwann 1993

Therapie bei einem Neurologen

1996

Mit 21 war ich 3, 4 x bei einem tiefenpsychologisch arbeitenden Therapeuten.

Meine Mutter fuhr mich hin und wartete dann, soweit ich weiß, in der Nähe im Auto. Die Therapie fand im Privathaus des Therapeuten statt. Man klingelte und direkt hinter der Haustür war ein Wohnungsflur, der auch zugleich das Wartezimmer war. Am Ende des Flurs gab es eine kleine Treppe die in den Wohnbereich des Ehepaars führte. Im Flur selbst gab es zwei Türen. Die eine, lederbeschlagene, führte in das kleine, sich im Souterrain befindliche Therapiezimmer. Es gab ein kleines Fenster, links an der Wand stand eine Liege, direkt recht neben der Tür ein Stuhl für die Patient*innen, daneben der Schreibtisch des Arztes. Der Rest des Raumes war mit Bücherregalen vollgestopft. Der Raum war düster, alt und ich fühlte mich nicht wohl.
Der Arzt war auch schon etwas älter und trug einen langen graugelblichen Bart. Er hatte eine gebückte Körperhaltung, war klein und ich würde ihn als hutzelig und ungepflegt beschreiben. Ich kann mich nicht daran erinnern, was gesprochen wurde. Außer daran, dass er mich nach meinem Sexleben mit meinem Freund befragte und eine offene Beziehung vorschlug. Meine damalige Beziehung war eine der wenigen Umstände mit denen ich damals überaus zufrieden war. Weiterhin erzählte er mir, dass er, wenn er auf Fortbildungen sein, er ja auch desöftern … und seine Frau sei damit einverstanden. Was das alles mit meinem Problem der Angst zu tun haben sollte … ich weiß es nicht!

Er bot außerdem 1x wöchentlich von ihm angeleitetes Autogenes Training für eine Gruppe von Patient*innen an. Einmal bin ich dort hingegangen und hatte während der ganzen Sitzung starke Angstgefühle und mit extremen Schwindel zu kämpfen. Da er mir vorher auch nicht viel erklärt hat, kam ich mir wieder einmal einfach nur verrückt vor und verschwieg mein Unwohlsein.

Nachdem er in den Therapiestunden mehrfach das Sexthema angeschnitten hatte und ich mich damit einfach nur schlecht und unwohl gefühlt habe, entschloss ich mich, dort nicht mehr hin zu gehen. Die richtige Entscheidung, heute würde ich sein Verhalten als Belästigung einstufen. Jahre später erfuhr ich von einer Freundin, dass sie auch bei ihm gewesen ist. Dort auf seiner Liege lag, ihre Bluse weit öffnen und atmen sollte und er ihr immer näher kam. Bis sie aufgesprungen ist und die Praxis fluchtartig verlassen hat.

1996

Ging ich regelmäßig zur Frau meines damaligen Hausarztes. Sie war Maltherapeutin, malte aber nicht mir, sondern sprach mit mir und verordnete mir Bachblüten

1997–2003

konsultierte ich wegen meiner Ängste eine Homöopathin

1996

begann ich eine Therapie bei einem Verhaltenstherapeuten, die er 1998 irgendwann abbrach, weil er nicht mehr in unserer Stadt praktizierte

Ende 2000–Anfang 2004(?)

Gesprächstherapie bei einer Psychologin

Oktober–Dezember 2001

Psychosomatische Reha in Bad Salzuflen, 8 Wochen

Ende 2004–2006

Hypnosetherapie und tiefenpsychologisch angehauchte Gespräche bei einer Therapeutin für Heilkunde & Psychotherapie

2008–Mitte 2010

Verhaltentherapie bei einem Psychologen

Mitte 2012–heute

Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Traumatherapie mit EMDR

Oktober 2012–Januar 2013

Psychosomatische Reha in einer Tagesklinik, 13 Wochen

3 x dankbar, 30.03.2017

  • Mit dem Kleinen Wunder morgens ein Wettrennen zum Kindergarten veranstaltetschön, dass wir immer häufiger entspannt dort ankommen, statt gestresst und zerstritten
  • Der Typ im Jobcenter war freundlich und harmlos – ich habe da auch schon ganz andere Sachen erlebt
  • Abendspaziergang mit T, einfach schön, wie sich unsere noch recht frische Freundschaft vertieft und Vertrauen wächst

7

Jule  hat mich netterweise für den Versatile Blog Award nominiert und nun darf ich Euch 7 Fakten über mich verraten.

Die Regeln:

  • Danke der Person, die dich nominiert hat.
  • Erzähle 7 Dinge über dich.
  • Nominiere 15 Blogger*innen für den Versatile Blogger Award

 

Dann mal los:

  1. Als ich 4 war habe ich in eine Seife gebissen, weil mein Bruder mir gesagt hat, dass die so lecker schmeckt wie sie riecht. Ich habe meinen Bruder dafür ein bisschen gehasst.
  2. Ich habe schon ab und an einen Poetry Slam gewonnen – es ist aber bereits ein paar Jahre her. Die Slam-Szene und der ganze Wettbewerbsgedanke passt nicht so richtig zu meinem Literaturverständnis und nach der anfänglichen Begeisterung hat mich vieles daran genervt. Die typische Art publikumswirksam Slamtexte vorzutragen z.B.
  3. Ich betitele im Geiste manchmal (wenn ich mich ganz schlimnm aufrege) Menschen als Votze oder Wichser. Sagen würde ich es nicht. Und das war jetzt wirklich ein Geheimnis *schäm*.
  4. Wenn es etwas total in ist und jeder es hat – finde ich es meistens doof. Nicht aus Trotz, sondern weil ich mir Sachen schnell satt sehe und sie so schnell in Banalität abgleiten. Aus diesem Grunde mag ich auch keine Ikea-Möbel – obwohl ich auch welche in meiner Wohnung stehen habe. Wenn ich mehr Geld hätte, sähe das anders aus.
  5. Ich habe einen Leberfleck an einer sehr geheimen Stelle
  6. Ich finde meine Füße häßlich und verstecke sie lieber. Aber ich liebe sie dafür, dass sie mich so gut durchs Leben tragen und kaufe ihnen deshalb immer gute Schuhe.
  7. Ich finde mich schön. Und bin froh darüber.

Zu den Regeln des Awards gehört es wie oben steht, 15 Blogger*innen zu nominieren. Da ich keine Freundin sinnloser Regeln bin (gibt es eigentlich eine Blog-Polizei 😉 ) und 15 extrem viel finde, nominiere ich:

Tomi

Weena

Gerhard

abjetztfrei

Katarina

Elli

Judith

JoWolf

Julia

Melina

unserlebenmitemily

3 x dankbar, 28.03.2017

  • Dafür, dass XY und ich zufällig genau in dem Moment mit dem Auto kurz vor dem Spielplatz waren, als das Telefon klingelte und die Nachricht kam, dass das Kleine Wunder einen Unfall hatte. So konnten wir das Wunder einladen und direkt ins Krankenhaus fahren.
  • Dafür, dass es zwar sehr viel Blut war, die Verletzung am Ende zwar schmerzhaft, aber harmlos ist. Die Wunde musste geklebt werden, aber das war’s auch schon: Keine Gehirnerschütterung.
  • Dafür, dass das Kleine Wunder jetzt friedlich in meinem Bett schläft, wir zu Hause und sicher sind

3 x dankbar, 27.03.2017

  • Stolz auf mich: Tag 1 meiner 30tägigen Gewohnheitsetablierung geschafft! Hört sich kryptisch an? Dann lies hier nach
  • Einen gelben Umschlag voll mit Energie und liebevollen Gedanken und Hilfe erhalten – hab herzlichsten Dank edle*r Spender*in
  • Der rosafarbene Kondensstreifen an einem stahlblauen Abendhimmel – wunderschön

Diesen Tag wird mein Gehirn erinnern und mein Herz lange bewegen

Heute: Von Angst und Liebe, von Zuneigung und Dankbarkeit, von einem Wunder und einem Geschenk und von Gewalt und Wut, Tränen, Panik und von verbogenen Schlüsseln.

Zuerst hatte ich schlecht geschlafen, dann hab ich mich verzettelt und hab meine Angstübung zu spät angefangen, weshalb ich da schon leicht gestresst rein gegangen bin – ungünstig. Dann fragte XY ob ich mit in den Wald kommen möchte, weil ich Waldspaziergänge sehr liebe habe ich meine weiteren Pläne über den Haufen geworfen. Als ich bei ihm ankam, telefonierte er aber noch beruflich. Also bin ich wieder heim und hab erstmal einen Happen gegessen.

Dort schaute ich in den Briefkasten und darin befand sich ein Einschreiben in einem gelben Umschlag mit einer schier unglaublichen Überraschung darin! Anonym gesendet. Wenn die Wohltäterin oder der Wohltäter dies hier liest (ich habe die Vermutung, dass der Brief  mit dem Blog zusammen hängt): Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Hab vielen, vielen Dank! Ich werde das Geschenk mit Bedacht und für mich sinnvoll einsetzen. Alles, was ich dazu schreibe, kommt mir zu klein vor, zu lapidar. Es geht gar nicht nur um den Inhalt des Umschlags, sondern auch um diese sehr wohlwollende Geste. Und es ist nun schon das 2. Geschenk das mich in den letzten Tagen so völlig unerwartet erreicht hat.. Wobei der Inhalt durchaus ebenfalls eine große Bedeutung für mich hat zur Zeit.

Der Tag hätte also als ganz wunderbarer Tag in meine Geschichte eingehen können. Aber es kam anders. Ich fuhr dann also mit XY los, der sehr schlecht drauf war. Nervlich und geistig. Fahrig, unentspannt und wütend. Und dann fuhren wir auf eine Ampel zu, die auf Orange sprang und er gab Gas. Ich sagte noch „Aber Du weißt doch, dass da ein –“ – und da blitzte es schon! Und da XY unter massivem, chronischem Geldmangel leidet und außerdem der Meinung ist, dass daran einzig und allein die bösen Umstände und die ganzen „Arschlöcher“ die ihn so umgeben Schuld sind, und weil er sich ja sowieso schon in den letzten Tagen am Rande des Nervenzusammenbruchs bewegte – rastete er so richtig aus. Er brüllte und schrie und schlug auf die Ablage am Armaturenbrett. Irgendwie schaffte er es noch, das Auto von der stark befahren Straße nach rechts in eine Einfahrt zu bringen. Und dann schlug er den Rückspiegel ab, der durch die Kabine flog und mich um ein Haar getroffen hätte. Ich fing an mich zusammen zu ziehen und zu hyperventilieren, so sehr hab ich mich erschreckt. Und dann bin ich ganz schnell raus aus dem Auto und erst mal ein paar Meter weit weg gelaufen und hab mich dort an einen Zaun gehockt und versucht einigermaßen klar zu kommen. Zwischen mir und XY mit dem Auto lagen Büsche, so dass ich nicht sehen konnte, was er trieb.

Irgendwann bin ich dann wieder hin und wir sind beide ins Auto eingestiegen und er hat mich nach Hause gebracht. Ich hatte Angst vor einem Unfall, denn XY war noch immer aufgebracht und fuhr entsprechend ruppig. Und weil ich weinte und zitterte und nichts sagte, hat er mich auch angemacht. Er lasse sich von mir kein schlechtes Gewissen machen und unsere Beziehung sei sowieso nichts mehr, es habe alles keinen Sinn.

Zu Hause habe ich dann bemerkt, dass meine beiden Haustürschlüssel, die in meiner im Fußraum liegenden Jacke verstaut waren, völlig verbogen sind. Scheinbar ist da wohl der Spiegel drauf geknallt. Anders kann ich es mir nicht erklären. Zum Glück konnte ich meinen Ersatzschlüssel organisieren, denn die Schlüssel ließen sich gar nicht mehr in die Schlösser stecken. Das Nachmachen der Schlüssel hat mich 14 Euro gekostet, was wirklich nicht so ganz leicht zu verschmerzen ist, momentan.

Zum Glück hatte ich heut Abend noch einen Termin bei meinem Aryurveda-Therapeuten, der hat mich energetisch wieder ein bisschen aufgerichtet.

Das war ein bisschen viel für einen einzigen Tag. Die Angstübung am Morgen hat schon sehr viel Energie gekostet.

Tag 1 | Gewohnheiten ändern, Ziele erreichen. Ich stelle mich meinen Ängsten

Ich teste einen neuen Onlinekurs, in dem es darum geht seine Gewohnheiten zu ändern. Lies hier mein Ziel und den Beginn. Achtung: Des ist nicht zu verwechseln mit Angstübungen, die im Rahmen einer Konfrontationstherapie stattfinden!

Montag, 27.03., 11–13 Uhr, 1. Aktion
Ich gehe zu Fuß zum Café Ko., trinke dort einen Cappuccino und lese die Tageszeitung bis die Angst auf einer Skala von 1–10 auf ein Level unter 3 gesunken ist.

Belohnung: ist bereits inbegriffen (in „Ruhe“ Cappuccino trinken und Zeitung lesen). Außerdem werde ich danach essen und dann ruhen.

Wie ist es gelaufen?

Ich bin erst um 11.30 Uhr gestartet, weil mich die Zeitumstellung mal wieder aus der (Schlaf-)Bahn geworfen hat. Auf dem Weg traf ich dann erstmal T mit dem ich ein bisschen gequatscht habe. Das hat mein Angstlevel, der vorher bei 7 war runter gedimmt. (Das ist eine Art von Ablenkung gewesen, die ich mir bei einer „echten“ therapeutischen Angst-Konfrontation hätte verkneifen müssen.

Kurz vor dem Café Ko sah ich dann, dass J in einem weiteren Café Schicht hatte und hab mit der dann auch noch eine Runde gequatscht. Im Café Ko. angekommen war meine Angst bei 5, sank aber innerhalb von 10 Minuten auf 2. Dann hatte ich die Idee noch einmal um die Ecke zu meinem Büro zu gehen um da Post abzuholen. Dieses um die Ecke gehen ist eine größere Hürde für mich gewesen, Angst ist sowas von irrational! Da ich nun aber unbedingt Arbeitsmaterial holen wollte, bin ich durch die Angst, die wieder bei 7 war, gegangen. Auch das habe ich also geschafft. Auf dem Rückweg hatte ich dann keine Angst mehr.

Eigentlich wollte ich dann ja in Ruhe essen und ein bisschen liegen. Aber XY fragte, ob ich mit in den Wald möchte und das fand ich auch eine tolle Belohnung. Deshalb hab ich dann nur was auf die Schnelle gegessen und mir noch Brote geschmiert. Leider ist der Ausflug dann total in die Hose gegangen und hatte eher den Charakter einer Bestrafung als den einer Belohnung.

Ich lasse mich nicht unterkriegen. Morgen geht’s weiter!

Dienstag, 28.03., 11–13 Uhr, 2. Aktion
Ich fahre mit dem Rad zum Ch. und weiter bis zum halben Weg zum Laden „O3“. Dort halte ich mich auf, bis die Angst auf ein Level unter 3 gesunken ist.

Belohnung: Mittagessen auf Sonnenbalkon und anschließend 1/2 Stunde schlafen.

3 x dankbar, 26.03.2017

  • Ein Tag ganz nur für mich. Meine Verabredung hat abgesagt und ich war gar nicht so sehr traurig darüber. Balkonsonne, Tee und in der Wohnung rumwurschteln. Alles ganz in Ruhe ohne Terminstress, eine Seltenheit!
  • Pläne gemacht – fühlt sich gut an. Ich will gesund werden!!
  • Badezimmer aufgeräumt wurde echt mal Zeit. Unvorstellbar wie lange man sich mit so einem kleinen Raum beschäftigen kann, wieviele vollgebröselte Fächer man dort hat, welche Menge Kram dort rumsteht und wieviel Staub sich drumherum ansammelt. Jetzt ist etwas mehr Struktur drin und einiges hab ich auch weg geworfen. Ganz 100% fertig bin ich noch nicht, sind aber nur noch Kleinigkeiten. Ich und der ersehnte Minimalismus … ich glaube, das wird nie was.