Des Kleinen Wunders erstes Papa-Wochenende. Nicht.

Ja, tatsächlich. Wir leben seit 31 Monaten getrennt. Nun hat das Kleine Wunder (!) zu Papa gesagt: „Darf ich mal ein ganzes Wochenende bei Dir sein?“ Und mich gefragt:„Mama, ich möchte mal ein Wochenende bei Papa sein. Ein ganzes. Papa hat gesagt, das geht. Darf ich? Bitte!“

Das sie deswegen um Erlaubnis fragt ist irgendwie traurig. Nun gut. Ich habe mich gefreut, dass es nun endlich soweit ist. Da sie Donnerstags sowieso von XY vom Kindergarten abgeholt wird und dort schläft, fing das lange Papa-Wochenende im Prinzip schon gestern an.

Um 21 Uhr ist Papa aufgefallen, dass er vergessen hat, neue Windeln für die Nacht zu kaufen. Kein Ding, Mama hat ja immer welche! (schneidend und mit ironischem Unterton)

Außerdem wurde ich gefragt, ob ich das Wunder am Samstag Nachmittag für ein paar Stunden zu mir nehmen kann, da das Wetter gut wird und XY Straßenmusik machen möchte. Die Enttäuschung des Wunders wäre noch größer, wenn sie satt zu mir, zu Omi müsste in der Zeit. Und XYs Idee, dass Wunder an den trubeligen See mitzunehmen – das könnte ich nur schlecht aushalten, da ich weiß, dass XY dann doch sehr auf sein Musizieren und auf seine Instrumente konzentriert ist.

Heute morgen erreichte mich seine Frage, ob ich das Wunder um 15 Uhr vom Kindergarten abholen kann und für 1–2 Stunden nehmen kann, das Wetter ist auch heute toll: Straßenmusik steht an.

Ohne Worte, oder?

Es macht mir nicht übermäßig viel aus, ich verbringe gerne Zeit mit dem Wunder. Heute wollte ich allerdings in Ruhe etwas arbeiten … na gut, das Wetter ist toll, ein bisschen Spielplatz tut mir auch gut. Da XY heute Morgen etwas wichtiges für mich erledigt hat und mich seit Wochen zu sehr vielen Arzt- und Therapieterminen begleitet, habe ich das Gefühl nicht nein sagen zu können. So gestaltet sich Coabhängigkeit auch. Ich bin wütend, aber ich sage es ihm nicht. Schließlich brauche ich ihn nächste Woche wieder zur Begleitung meiner Termine die ich ohne ihn nicht wahrnehmen kann.

Und ich bin wirklich traurig. Das gerade noch viel mehr. Es tut mir für das Kleine Wunder so leid. Verlässlichkeit ist so wichtig für die Kinder und sie redet seit Wochen von dem bevorstehendem Papa Wochenende. Obwohl: Die Wut ist auch. Eine Löwinnen-Wut, die mein Kind vor Enttäuschungen schützen will.

11 Kommentare zu „Des Kleinen Wunders erstes Papa-Wochenende. Nicht.

  1. Ich dachte mir eben noch, wenn das mein erstes Papa-Wochenende wäre, würde ich versuchen wollen, dass alles gut klappt, damit weiteren nix im Weg steht und mein Kind sich wohl fühlt…

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    1. Es ist ihm nicht so wirklich wichtig. So wie es bisher war (Wunder bei mir und Papa dann oft zu Besuch) ist es ja auch wesentlich bequemer für ihn. 😦 Ich kapier’s nicht so richtig. So ein Wochenende ist anstrengend, ja. Aber auch schön und hat auch nochmal eine ganz andere Qualität in der Länge.

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      1. Schade – denn dann hätte er dem kleinen Wunder ja keine Hoffnungen auf ein komplettes Papa-Wochenende machen müssen, wenn er sich da gar nicht drauf einlässt.
        Na klar ist sowas anstrengend und muss sich einspielen. Ach naja, mir persönlich sind klare Absprachen bei solch wichtigen Dingen schon sehr wichtig.
        Man stelle sich vor du wärst verreist.
        Ich hoffe das kleine Wunder verkraftet das gut 😊

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      2. Wenn ich verreist oder anderweitig verhindert bin, springt die Oma immer sehr zuverlässig ein. Die hat irgendwie immer Zeit. So richtig gesund finde ich das auch nicht. Ich hatte gestern den ersten Termin bei einer Kinderpsychologin, weil ich das gefühl habe, dass ein paar Sachen im Argen liegen …

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