Mein Therapieweg, Station 2

In dieser Reihe beschreibe ich nach und nach all die Therapien die ich versucht habe um meiner Agoraphobie zu entwachsen.

1992–irgendwann 1993

Therapie bei einem Neurologen

1996

Mit 21 war ich 3, 4 x bei einem tiefenpsychologisch arbeitenden Therapeuten.

Meine Mutter fuhr mich hin und wartete dann, soweit ich weiß, in der Nähe im Auto. Die Therapie fand im Privathaus des Therapeuten statt. Man klingelte und direkt hinter der Haustür war ein Wohnungsflur, der auch zugleich das Wartezimmer war. Am Ende des Flurs gab es eine kleine Treppe die in den Wohnbereich des Ehepaars führte. Im Flur selbst gab es zwei Türen. Die eine, lederbeschlagene, führte in das kleine, sich im Souterrain befindliche Therapiezimmer. Es gab ein kleines Fenster, links an der Wand stand eine Liege, direkt recht neben der Tür ein Stuhl für die Patient*innen, daneben der Schreibtisch des Arztes. Der Rest des Raumes war mit Bücherregalen vollgestopft. Der Raum war düster, alt und ich fühlte mich nicht wohl.
Der Arzt war auch schon etwas älter und trug einen langen graugelblichen Bart. Er hatte eine gebückte Körperhaltung, war klein und ich würde ihn als hutzelig und ungepflegt beschreiben. Ich kann mich nicht daran erinnern, was gesprochen wurde. Außer daran, dass er mich nach meinem Sexleben mit meinem Freund befragte und eine offene Beziehung vorschlug. Meine damalige Beziehung war eine der wenigen Umstände mit denen ich damals überaus zufrieden war. Weiterhin erzählte er mir, dass er, wenn er auf Fortbildungen sein, er ja auch desöftern … und seine Frau sei damit einverstanden. Was das alles mit meinem Problem der Angst zu tun haben sollte … ich weiß es nicht!

Er bot außerdem 1x wöchentlich von ihm angeleitetes Autogenes Training für eine Gruppe von Patient*innen an. Einmal bin ich dort hingegangen und hatte während der ganzen Sitzung starke Angstgefühle und mit extremen Schwindel zu kämpfen. Da er mir vorher auch nicht viel erklärt hat, kam ich mir wieder einmal einfach nur verrückt vor und verschwieg mein Unwohlsein.

Nachdem er in den Therapiestunden mehrfach das Sexthema angeschnitten hatte und ich mich damit einfach nur schlecht und unwohl gefühlt habe, entschloss ich mich, dort nicht mehr hin zu gehen. Die richtige Entscheidung, heute würde ich sein Verhalten als Belästigung einstufen. Jahre später erfuhr ich von einer Freundin, dass sie auch bei ihm gewesen ist. Dort auf seiner Liege lag, ihre Bluse weit öffnen und atmen sollte und er ihr immer näher kam. Bis sie aufgesprungen ist und die Praxis fluchtartig verlassen hat.

1996

Ging ich regelmäßig zur Frau meines damaligen Hausarztes. Sie war Maltherapeutin, malte aber nicht mir, sondern sprach mit mir und verordnete mir Bachblüten

1997–2003

konsultierte ich wegen meiner Ängste eine Homöopathin

1996

begann ich eine Therapie bei einem Verhaltenstherapeuten, die er 1998 irgendwann abbrach, weil er nicht mehr in unserer Stadt praktizierte

Ende 2000–Anfang 2004(?)

Gesprächstherapie bei einer Psychologin

Oktober–Dezember 2001

Psychosomatische Reha in Bad Salzuflen, 8 Wochen

Ende 2004–2006

Hypnosetherapie und tiefenpsychologisch angehauchte Gespräche bei einer Therapeutin für Heilkunde & Psychotherapie

2008–Mitte 2010

Verhaltentherapie bei einem Psychologen

Mitte 2012–heute

Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Traumatherapie mit EMDR

Oktober 2012–Januar 2013

Psychosomatische Reha in einer Tagesklinik, 13 Wochen

3 Kommentare zu „Mein Therapieweg, Station 2

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