Liebster Award

Meine allererste Award-Nominierung liegt jetzt schon ein paar Tage zurück – ich brauchte etwas Zeit um die Fragen zu beantworten. Dankeschön an elefantenblau für die Nominierung! Ich habe mich sehr gefreut und Deine folgenden Fragen gewissenhaft beantwortet. 🙂

  • Es gibt ein paar Gerüche, von denen mir speiübel wird (frischer Teer z.B.) und andere, die ich liebe. Wie ist das bei dir?

Ich fang mal mit dem Positiven an, um die Blogparade fröhlich zu beginnen. Ich liebe den Duft meines Kleinen Wunders, die heuduftenden Haare, der vanilligweiche Puderrosaduft seiner Haut. ❤ Der Duft meiner Lieblingsinsel Spiekeroog weckt Heimatgefühle: diese Mischung aus Salzluft, sonnentrockenem Sand, Heide, blühenden Rosen und Moosen, dem metallischem Algen und Fischgeruch. Ich wünsche mir jedes Mal ihn irgendwie konservieren und mit nach Hause nehmen zu können.

Ich liebe den Duft frischer Himbeeren und Mangos und den des ersten Frühlingslüftchens. Orangen und Zitrusdüfte stimmen mich heiter und wenn ich Eisprung habe, mag ich manchen Männerschweiß gern riechen. 😀

Speiübel wird mir von: Erbrochenem. Ganz eindeutig. Und wenn ich fremden Kindern die Kacke vom Po wischen muss. Und dann wird mir noch übel von diesen süßen, künstlichen Düften mit den sich die halbe Welt einzuparfümieren scheint. Am schlimmsten ist, es, mit jemandem Fahrstuhl oder Auto fahren zu müssen der so ein gänzlich anderes Geruchsempfinden als ich zu haben scheint und in solchen Wässerchen gebadet hat.

  • Mit welcher Intention hast du zu Bloggen begonnen? Und haben sich die Erwartungen erfüllt?

    Schreiben gehört zu meinem Leben wie Atmen. Nur, dass ich in den letzten Jahren herzlich wenig geschrieben habe, teils aus Zeitmangel, teils wegen diverser Blockaden. Immer wieder habe ich gedacht, ich könnte ein Blog schreiben. Bis mir dann die Idee kam, dies völlig anonym zu tun. In meinem Umfeld weiß niemand davon, dass dieses Blog hier überhaupt existiert. Einzig meinem großen Bruder habe ich davon erzählt. Und meiner Therapeutin. Sie ist auch die einzige, der ich die Adresse genannt habe und die hier lesen könnte. Ich habe das Schreiben in den letzten Jahren schmerzhaft vermisst. Und jetzt weiß ich auch warum: Es tut mir so gut!

Und dann war da immer dieses Gefühl mich zu verstecken, mich nicht richtig zu zeigen. Erst hab ich meine Angststörung vor den meisten Menschen verborgen. Ich hab mit der Zeit gelernt, meine Gefühle besser zu spüren und auszudrücken. Auch heute noch fällt mir das sehr schwer. Ich bin immer die toughe, selbstständige und mutige Person nach außen. Aber vor allem für die Phobie schäme ich mich nach wie vor.
Dann kam auch noch die Diagnose der Multiplen Sklerose dazu. ich habe „Freundschaften“ verloren deswegen. Und viele Menschen, denen ich anfangs davon erzählte reagierten auf die ein oder andere Art so, dass es mir ganz und gar nicht gut tat. Also habe ich auch daraus ein Geheimnis gemacht. Aber dieses mich-Verstecken hat mich unglücklich gemacht. Da ist dieses Gefühl, dass mich nur sehr wenige Menschen wirklich kennen. Und das ich zwar gemocht werde, aber nicht als der Mensch, der ich wirklich bin, – da ja die Meisten gar nicht wissen wer ich wirklich bin.

Also sah ich das Blogschreiben als Chance erste Schritte in Richtung Offenheit zu tun und zu sehen, wie Menschen auf mich reagieren, wenn ich auspacke.

Ich habe Ende Januar damit angefangen und habe jetzt schon über 50 Follower. Und ich habe tolle neue Bekanntschaften gemacht, sehr viel gelernt. Ich kann sagen: Das Bloggen hat meine Erwartungen übertroffen! Danke an Euch alle!! 🙂

  • Gäbe es ein (lassen wir es etwas höher sein, als das Arbeitslosengeld) bedingungsloses Grundeinkommen, das alle deine Bedürfnisse abdeckt, würdest du etwas in deinem Leben ändern?

Ich würde weiterhin meiner Arbeit nachgehen, allerdings in einem geringerem Umfang. Und ich würde nur noch Aufträge annehmen, die mir wirklich Freude bereiten. Die weitere Zeit würde ich nutzen, um mehr zu schreiben, mehr zu wandern, mehr zu lieben. So, wie ich das jetzt mache, da ich gerade lange krank geschrieben bin. Ich glaube, ein Grundeinkommen wäre unfassbar entspannend für mich. Es gab in meinem Leben noch keinen Tag, an dem ich nicht irgendwie Geldsorgen hatte.

  • Was an dir ist gesund? Und was magst du daran?

Eine tolle Frage, danke! Gesund ist mein Lebenswille und mein starker Wunsch nach Zufriedenheit, für dessen Erfüllung ich bereit bin einiges zu tun. Ich bin zwar chronisch krank, aber die allermeisten meiner Körperteile und -funktionen sind gesund. Und dafür  bin ich meinem Körper unendlich dankbar. Seitdem manches nicht mehr so gesund funktioniert, weiß ich das, das geht erst wirklich zu schätzen! Ich habe meinen Körper lieben gelernt.

Was sich auch sehr gesund anfühlt ist die Liebe zu meiner Tochter.

  • Und was hast du dir schon lange vorgenommen, aber bisher immer aufgeschoben? (Ich habe ein Jahr gebraucht, um mich um ein Ehrenamt zu kümmern, obwohl ich das die ganze Zeit echt machen wollte)

Singen! Ich will schon seitdem ich 16 bin Gesangsunterricht nehmen. Warum ich es nie tue, hab ich noch nicht heraus gefunden. Ich habe nie Geld oder Zeit dafür, aber das ist doch eine Ausrede.

  • Gibt oder gab es in deinem Leben eine bedeutsame Begegnung mit einem Tier?

Ja, das Tier in mir. Und zwar als ich meine Tochter auf die Welt gebracht habe. Gebären ist … eine animalische Erfahrung für mich gewesen. Gut, richtig und stark.

  • Serienempfehlungen? Büchertipps?

    Girls! Ich liebe Lena Dunham dafür, dass sie eine feministische Serie produziert hat! Die Serie ist sooo lustig, so nah dran, so übertrieben schräg und manche Folgen sind schlichtweg einfach nur deprimierend. Aber gerade das finde ich gut.

Lieblingsbücher? Die Frage überfordert mich regelmäßig. Bücher retten mein Leben, Tag für Tag.

  • Fällt dir ein Titel ein, dem du deinem Leben geben würdest?

Angst und Liebe 😀

  • Gibt es eine Berufsgruppe, die dich schon immer interessiert hat, die du dir aber nicht zugetraut hast oder es aus anderen Gründen nicht funktioniert hat?

Draußen arbeiten wäre toll. Aber mit Agoraphobie ernsthaft schwierig.

  • Fast geschafft – Schere, Stein oder Papier?

Ich nehme einfach alles: 😀

Stein – weil Pflastersteine so schön schweben

Papier – Ich liebe Papier und was ich damit so alles machen kann

Schere – weil alte Zöpfe manchmal einfach ab müssen

 

Das sind die Regeln des Liebster Awards:

  • Verlinke die Person, die dich nominiert hat.
  • Beantworte 10 Fragen, die dir vom Blogger gestellt wurden, der dich nominiert hat.
  • Nominiere bis zu fünf Blogs.
  • Informiere sie über die Nominierung.
  • Erstelle 10 eigene Fragen für die Nominierten.

Meine Fragen und Nominierungen folgen in den nächsten Tagen. Aber jetzt jetzt jetzt will ich endlich diesen Beitrag los schicken!

 

Ein Kommentar zu „Liebster Award

  1. Ich bin begeistert 😊 total interessant. Und so mühe- und liebevoll gestaltete Antworten. Weißt du…Es stimmt schon ein bisschen, oft könnte ich beim Lesen deiner Texte meinen, dass du von Agoraphobie ganz weit entfernt bist. Aber ich weiß ja davon – und finde dich deshalb gerade umso sensationeller, dich und deine Art die Dinge zu meistern. Wie du nicht aufgibst, Therapien angehst und neue Wege versuchst. Aber letztlich ist es neben den einzelnen kleinen Besonderheiten doch das große Ganze, das dich ausmacht. Die Angst und die Liebe, die Angst und der Mut. Und was ich von dir lese/kenne, mag ich sehr – mit allen Seiten, die ich bisher kennenlernen durfte. Ich wünsche dir, dass du Menschen hast und triffst, die dich lieben und mögen – so, wie du bist!

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