Gewohnheiten ändern, Ziele erreichen. Ich stelle mich meinen Ängsten – Fazit Tag 5 bis 15

Ich teste einen neuen Onlinekurs, in dem es darum geht seine Gewohnheiten zu ändern. Lies hier mein Ziel und den Beginn. Achtung: Das ist nicht zu verwechseln mit Angstübungen, die im Rahmen einer Konfrontationstherapie stattfinden!

Ups! Nun ist schon die Hälfte des Kurses um und ich habe es leider vernachlässigt Euch auf dem Laufenden zu halten. Über Ostern gab es eine kleine Pause,

Das war Tag 5:
Samstag, 15.04., 10.30–11.30 Uhr, 5. Aktion
Samstag. Zur Bücherei fahren und danach noch zum Einkaufen zu Denn’s

Belohnung: Eine Packung Earl Grey kaufen

Hat super geklappt!

Tag 6:
Sonntag, 16.04., wann es passt, 6. Aktion
Ein kleiner Spaziergang allein in M. – mit wenigstens einmal um die Ecke biegen und dann noch eine Straßenecke weitergehen.
Hat einfach nicht gepasst. Daher habe ich es ausfallen lassen

Tag 7:
Hier hatte ich nichts geplant, da ich den ganzen Tag chillend mit dem Kleinen Wunder verbracht habe.

Tag 8:
Dienstag, 18.04., 6. Aktion
Einkaufen und dann mit XY bei der Kinderpsychologin treffen und dort offen und ehrlich das geplante Gespräch führen
Das war die erste Aktion, die nicht wirklich was mit meiner Agoraphobie zu tun hatte. Aber in diesem Kurs geht es mir ja darum mich meinen Ängsten insgesamt zu stellen und einfach jeden Tag etwas zu tun, vor dem mir ein wenig die Beine schlottern. Die Aktion an dem Tag war auch nicht leicht. Nach der Pause fiel es mir erstmal sowieso sehr schwer überhaupt aus dem Haus zu gehen, dazu die Aufregung vor dem Gespräch. Da war viel Anspannung im Spiel. Aber ich habe alles richtig gut gepackt. 🙂

Tag 9:
Pause. Aber am Abend vorher war ich noch auf einer Party, wo ich nur den Gastgeber kannte

Tag 10:
Zu Fuß zum Markt und in aller Ruhe dort einkaufen ohne zu vorzeitig zu flüchten.

Tag 11:
Pause

Tag 12:
Ausflug mit B und dem Kleinen Wunder – auch ein Angstthema für mich. So ultragut kenne ich B noch nicht und wir sind einige Kilometer gefahren

Tag 13:
Langer Spaziergang mit T – inklusive leicht aufsteigender Panik. Aber ich habe dann an all das gedacht,was ich schon ind en Tagen davor geschafft habe und das half mir.

Tag 14:
Mit dem Rad zu einer bestimmten Stelle im Park und dort auf einer Bank sitzen bis die Angst deutlich nachlässt

Tag 15, also heute:
Besuch bei der Hausärztin und anschließend wieder Glas wegbringen

Mein Fazit nach der Hälfte des Kurses: Die Sachen geplant und schriftlich fixiert zu haben, hilft mir ungemein dabei, sie dann auch am nächsten Tag umzusetzen. Und mittlerweile trage ich die bereits gelungenen Aktionen wie eine Fahne vor mir her. Das Wissen um das bisherige Gelingen und was ich alles schon geschafft habe, erleichtert es mir die Angst auszuhalten.

Ich habe schon viele, viele Anläufe hinter mir in denen ich richtige Konfrontationsübungen gemacht habe (also schwierigere Aufgaben und alles ohne Rettungsanker – da muss also auch das Handy zu Hause bleiben). Es hat mich jedes Mal so erschöpft, dass ich nach wenigen Tagen krank wurde und aussetzen musste.

Nun mache ich also jeden Tag etwas, was ich sonst eher vermeiden würde, ohne in die Vollen zu gehen. Und das klappt nun also ganz gut und ist besser, als NICHTS zu machen. So mache ich auch Fortschritte. Nur noch kleinere. Aber es sind Fortschritte, Und wer weiß, vielleicht habe ich ja dann auch bald die Kraft es wieder richtig anzugehen …?

13 Kommentare zu „Gewohnheiten ändern, Ziele erreichen. Ich stelle mich meinen Ängsten – Fazit Tag 5 bis 15

      1. Aber die anderen Menschen sind nicht du! Die haben nicht deine Gene, dein anerzogenes Verhalten, deine sehr bedrohliche Erkrankung. Die Dinge, die dir schwer fallen, sind für mich auch „normal“ – und dennoch bewundere ich dich. Ich fechte ja meine eigenen inneren Kämpfe aus und weiß wie viel Kraft das kostet.
        Liebe Plejade, so viele Menschen gehen einen bequemen Weg, sie setzen sich nicht mit all dem – mit sich selbst oder ihrer Geschichte auseinander. Und ob sie es tun, oder nicht, ist letztlich auch egal – was zählt ist, dass du groß bist! Sehr groß! Und du solltest das für dich wissen 💚

        Gefällt 1 Person

      1. Da muss wirklich jede*r sein richtiges Maß für sich finden. Wie du schon schreibst: was bringt es, wenn du zu große Schritte machst, die dich letztlich wieder zurückwerfen. Und gerade dieser körperliche Aspekt ist was, was man glaube ich gerne mal unterschätzt… Ich hab ja auch eine Phase mit einer Art fatigue hinter mir – und wenn ich dazu noch emotional belastet war, ging dann wirklich gar nichts mehr.

        Gefällt 1 Person

      2. Ich finde es, fünf Jahre nach der MS-Diagnose, noch immer schwer das richtige Maß zu finden. Einfach durchpowern geht ja nicht mehr, aber ich will mich auch nicht zu sehr durch die Angst vor einem Schub einschränken lassen. Ich hab schon bei Agnes im Kommentar geschrieben, dass das Lernen von (Selbst-)akzeptanz wohl auch ein sehr wichtiger Baustein ist. Seufz …! 😉

        Gefällt 1 Person

  1. Die Erschöpfung nach dem Die-Angst-Angehen kenne ich leider nur allzu gut. Mehrmals schon hatte ich die soziale Angst soweit im Griff, dass ich mit Menschen umgehen und sprechen konnte und niemand auf die Idee gekommen sei, dass ich eigentlich eine Soziophobikerin bin. Nach einigen Wochen „aktivem Leben“ dann der nächste schwere Schub – psychische plus körperliche Erschöpfung.
    Insofern fahre ich gerade die Strategie der weitestmöglichen Vermeidung, weil ich erst einmal mit mir selbst ins Gleichgewicht kommen will und hoffe, irgendwann auch wieder die Stabilität für nächste kleine Schritte „nach draußen“ zu haben.
    Ich finde es toll, von Deinen Fortschritten zu lesen (wenngleich es mir mein angebliches eigenes Versagen immer schmerzlich vor Augen führt) und drücke Dir die Daumen, dass Du das erreichte Level halten kannst.

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Agnes, hast Du eine Ahnung, was die Angstschübe bei Dir auslöst? Es wäre bestimmt wichtig, zu gucken was die Angst Dir eigentlich sagen will. Bei mir ist Stress ein ganz wichtiger Faktor und dabei vor allem nicht der vordergründige Alltagsstress, sondern angstauslösend ist der innere Stress den verquere Beziehungen bei mir auslösen.
      Längefristige Vermeidung ist leider immer eine Strategie die weiter nach unten führt. Ich finde es auch ganz furchtbar anstrengend, aber man muss wohl immer dran bleiben. Mir hilft oft der Gedanke: „Wenn ich dies und das heute nicht mache / abbreche, dann ist die Angst beim nächsten Mal noch viel schlimmer.“ Die leidvolle Erfahrung habe ich nämlich schon oft gemacht.
      Mit Versagen hat das alles nichts zu tun. Aber ich kann Deine Gefühle verstehen, denn ich fühle mich auch oft wie eine Versagerin. Das Üben von (Selbst-)Akzeptanz scheint mir ein wichtiger Puzzlestein zu sein.
      Aber rden ist immer leicht, handeln dann weniger. Ich gehe ja auch seit über 30 Jahren mit der Angst und vor allem viel Vermeidung durch mein Leben. Ganz liebe Grüße, plejade

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s