Mein Therapieweg, Station 3

In dieser Reihe beschreibe ich nach und nach all die Therapien die ich versucht habe um meiner Agoraphobie zu entwachsen.

1992–irgendwann 1993

Therapie bei einem Neurologen

1996

Mit 21 war ich 3, 4 x bei einem tiefenpsychologisch arbeitenden Therapeuten

1996

Ging ich regelmäßig zur Frau meines damaligen Hausarztes. Sie war Maltherapeutin, malte aber nicht mir, sondern sprach mit mir und verordnete mir Bachblüten. Ehrlich gesagt kann ich mich kaum an diese „Therapie“ erinnern. Ich weiß noch, dass ich gern hingegangen bin, aber eher unregelmäßig Termine hatte, glaube ich. Die Gespräche taten mir gut und ich habe ihr auch ein bisschen vertraut. Auf jeden Fall ein bisschen mehr, als den beiden Therapeuten davor. 😀 Die Angst blieb aber unverändert bei mir.

1997–2003

konsultierte ich wegen meiner Ängste eine Homöopathin

1996

begann ich eine Therapie bei einem Verhaltenstherapeuten, die er 1998 irgendwann abbrach, weil er nicht mehr in unserer Stadt praktizierte

Ende 2000–Anfang 2004(?)

Gesprächstherapie bei einer Psychologin

Oktober–Dezember 2001

Psychosomatische Reha in Bad Salzuflen, 8 Wochen

Ende 2004–2006

Hypnosetherapie und tiefenpsychologisch angehauchte Gespräche bei einer Therapeutin für Heilkunde & Psychotherapie

2008–Mitte 2010

Verhaltentherapie bei einem Psychologen

Mitte 2012–heute

Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Traumatherapie mit EMDR

Oktober 2012–Januar 2013

Psychosomatische Reha in einer Tagesklinik, 13 Wochen

4 Kommentare zu „Mein Therapieweg, Station 3

  1. Gut, dass du darüber schreibst 🙂 Schreiben kann sehr befreiend sein. Ich hatte auch Jahre lang Agoraphobie und die letzten drei Jahre war es so schlimm, dass ich nicht mal alleine aus dem Haus gehen konnte, geschweige alleine im Haus bleiben konnte. Mir konnte auch keiner wirklich helfen, aber seit ein paar Monaten hat sich was verändert. Ich kann wieder alleine einkaufen gehen. Ui Wartezimmer, telefonieren und Warteschlangen waren der absolute Horror! Ich fühle absolut mit dir. Wie stark ist es bei dir ausgeprägt?

    Gefällt 1 Person

    1. Leider habe ich die Phobie schon seit meiner Kindheit. So mit 12/13 hatte ich eine starke Panikattacke und danach begann die Agoraphobie. Tendenzen da hin hatte ich aber schon viel früher. Momentan kommen da so einige Erinnerungen aus der Grundschulzeit nach oben, wo ich sagen würde: Da habe ich mich auch schon agoraphobisch verhalten. Da ich lange keine anständige Therapie deswegen hatte, hat sich das leider ziemlich zementiert und die Phobie ist auch heute stark ausgeprägt. Vieles nehme ich gar nicht richtig als einschränkend wahr, da ich es gar nicht anders kenne aus meinem Leben. Aber wenn ich es mal von außen betrachte ist es wirklich sehr krass. Ich kann mich mittlerweile hier im Stadtteil bis zu gewissen Grenzen ganz gut allein bewegen (vieles aber auch nur mit dem Rad statt zu Fuß). Aber das war es dann auch schon. Alles weitere geht nur in Begleitung einer vertrauten Person, – und das ist seit vielen, vielen Jahren so.

      Gefällt 1 Person

      1. Also möchtest du etwas, lernen, was du nicht kennst, um aus diesem Kreisel auszubrechen? Dein Leben komplett neu zu empfinden, das kann auch Angst hervorrufen. Aber auch die Angst hat ihren Sinn. Sie hat eine Botschaft und diese gilt es zu entschlüsseln. Mir hat geholfen, dass meine letzte Psychologin gesagt hat, ich bin nicht flasch, sondern absolut richtig. Wenn ich rausgehe, spüre ich alles innerhalb von 5 Metern sehr genau wie Wasser, dass durch mich strömt. Mich abzugrenzen und nur den einen Meter um mich herum wahrzunehmen, das war hart zu lernen, aber es hat mir für die erste Hürde geholfen. Du hast Kontrolle über dich. Das ist eine sehr wichtige Erkenntnis, Selbstvertrauen. Dadurch kommt dir der Kontrollverlust nicht mehr so hoch, weil andere kannst du sowieso nicht kontrollieren. Ich weiß ja nicht, was dich dahingehend bewegt oder was deine Trigger sind, aber ich empfehle dir, nach innen zu schauen, ohne dich dem Abgrund hinzugeben. Du bist sehr sehr stark. So etwas ein Lebenlang auszuhalten, erfordert unglaublich viel Stärke und Mut. Weil ich kann mich erinnern, dass ich immer bei meinen Panikattacken dachte, ich sterbe gleich. Lass dir von keinem einreden, dass du etwas nicht kannst, noch nicht mal von dir selbst. Dein Verstand ist konditioniert, dich zu schützen. Versuche es mit der 5 Sekundenregel. Wenn du einen Impuls hast, handle innerhalb der ersten 5 Sekunden, denn danach schaltet sich der Verstand ein und macht alles wieder zunichte. Trainiere das^^ Das wirkt Wunder!!!

        Gefällt mir

  2. PS: Da fallen mir noch einige Dinge ein, wenn ich dir ein paar Tipps eines Gleichgesinnten geben darf: Wenn du etwas machen willst und du spürst eine Blockade, zähle von 5 runter, 5,4,3,2,1 und dann mach! Durch das zählen bereitest du dich vor und setze all deine energie in das MACH! So bereitest du dich vor. Ich habe das mit meiner Angst vor Brücken gemacht. Ich konnte jahrelang nicht über Brücken gehen. Aber als ich Pilgern war, musste ich über viieeeeele Brücken, Bei der ersten zählte ich runter und rannte schreiend mit meiner Mutter Hand in Hand darüber und ich war so stolz. Bei der zweiten rannte ich mit ihr, bei der dritten Rannte ich alleine und so weiter. Schreibe mal eine zeitlang ein Tagebuch über „Licht & Schatten“. Licht bedeutet drei Kategorien: 1.Situationen und Dinge, die ich annehme, 2. Meine guten Taten für mich und andere, und 3. Was tue ich für meine Träume und Ziele. Schatten bedeutet 1. Situationen und Dinge, die ich ablehne, 2. Wo ich liebevoll und hilfsbereit sein wollte, es aber nicht war und 3. All die Anlagen und Fähigkeite, unterdrückten Wünsche, die ich noch nicht entwickelt habe. 60 Tage schreiben und danach analysieren. So lernst du dich wirklich gut kennen und in den 60 Tagen nicht darüber nachdenken, was du da schreibst, das kommt später. Das hat mir auch unglaublich geholfen, weil ich ein Muster erkannte und Seiten an mir sah, die ich vorher nicht bemerkte. Habe keine Angst vor dem Schmerz, der hockommt. Es tut verdammt weh, aber wenn du ihn nicht annimmst, quält er dich nur weiter. Schmerz birgt ein enormes Potential, über dich hinauszuwachsen und dich weiterzuentwickeln. Mehr als schöne Situationen. Verliere dich nicht im Schmerz, sondern nehme ihn an, als das was er ist, etwas, was du lange verdrängt und abgelehnt hast, was wieder ein Teil von dir sein will. Du bist beides, die guten und die nicht so guten Gefühle, Gedanken und Handlungen, wie bei Ying und Yang. Der Samenkorn des einen, liegt im anderen. Ich hoffe, dass es dir ein bisschen Unterstützung gibt und es dich weiterbringt. Weil Therapeuten und Medikamente können dich auch nur begleiten und dich unterstützen, nur du selbst kannst deine Schritte gehen, dir helfen und dich daraus holen.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s