Klarkommen

Jetzt ist es natürlich so, dass ich mich doch ganz furchtbar schäme und mich am Liebsten verstecken würde, wie ein Kind, das etwas getan hat, was es nicht tun sollte.

T hat mit einer whatsapp-Nachricht geantwortet (was ich feige finde und mir vielleicht langfristig hilft es / ihn loszulassen) und ich würde ihm am Liebsten erstmal gar nicht mehr begegen. Aber er ist mein Nachbar und ich passe gerade auf seine Wohnung auf und gucke nach Post. Und diese Freundschaft ist wichtig für mich, ich brauche Freunde.

Jetzt ist erstmal mein Handy aus, weil ich gar nicht will, dass er weiß, dass ich diese Nachricht von ihm schon gelesen habe. Was auch irgendwie Quatsch ist. Ich komme mir gerade unglaublich dumm vor.

Das Kleine Wunder hat schon gefragt, ob ihre Freundin (T’s Tochter) am Wochenende wieder hier ist. Und jetzt habe ich das Gefühl auch das verbockt zu haben. Denn auf so eine Begegnung in Anwesenheit der Kinder steht mir der Sinn ganz besonders gar nicht.

Ich fand meinen Brief trotz allem schön und wenn er das nicht liest und für sich nutzt, dann ist er Idiot.

Und wieder geht es für mich darum, Gefühle auszuhalten, nicht weg zu schieben, da sein zu lassen. Denn natürlich hatte ich eine leise Hoffnung und natürlich bin ich enttäuscht.

18 Kommentare zu „Klarkommen

  1. Ich kann sehr gut verstehen dass du enttäuscht bist, ich wäre es sicherlich auch.
    Versuche trotzdem nicht alles negativ zu sehen und mach dir keine Vorwürfe, in meinen Augen hast du das richtige getan und nun weißt du wie du dran bist.
    Ich wünsche dir trotzdem ein schönes Wochenende und verkrieche dich nicht, sondern versuche Menschen zu treffen.
    GLG
    Martina

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    1. Ich werde mich nicht verkriechen, nur vor T vielleicht. Momentan fühle ich mich einer Begegnung nicht gewachsen.
      Es tut gut, dass hier Menschen zu mir sagen, dass ich das Richtige getan habe. Das stärkt mir den Rücken. Vielen Dank!!

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  2. Was hat er denn geschrieben?
    Süße, Brust raus, Bauch rein – was Dich nicht umbringt, macht Dich nur stärker.
    Wer Dich nicht will, hat Dich nicht verdient- und andere Mütter haben auch tolle Söhne. Nachdem ich Dich jetzt ein bisschen mit den typischen Binsenweisheiten „gepäppelt“ habe….alles Gute. Geh raus. Verkriech Dich nicht. Es gibt keinen Grund, sich zu verstecken. Du hast mit diesem Brief Mut und Stärke bewiesen. Das ist toll. Da! Kannst! Du! Stolz! Drauf! Sein! BASTA!!!!

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  3. Sorry, es geht mir nicht aus dem Kopf. Ich finde, es ist schon wieder verkehrte Welt (nicht Deine Schuld, wirklich nicht!) aber es ärgert mich total: DU zeigst Stärke, machst Dich verletzlich, angreifbar. Und hinterher fühlst DU Dich wie ein Häufchen Elend. Da läuft etwas gewaltig schief – nicht bei Dir, in unserer Gesellschaft. Ich war auch schon in dieser Situation. Es ist verkehrte Welt. Lies mal das hier:

    http://www.ksta.de/ratgeber/familie/bei-facebook-mutter-schreibt-verbotsliste-fuer-tochter—und-begeistert-das-netz–28617686

    Ich kann es nur unterschreiben. Und nochmal zum Mitschreiben:

    Entschuldige dich nicht für die Person, die du bist. Sei mutig, kühn und wundervoll. Sei ganz selbstverständlich du selbst.

    Tu’s für Dich! Du bist wundervoll!!!!

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      1. Was hat er denn genau zurück geschrieben? Wer erwünscht die Gefühle nicht- Du? oder Er? Im Moment habe ich das Gefühl, dass Du die Gefühle eher „weghaben“ möchtest. Dabei ist Verliebtheit so ein tolles Gefühl, und es zeigt einem, dass man im Innersten noch lebendig ist – gerade, wenn man schon einiges hinter sich hat im Leben. von daher darfst Du das Gefühl auch gern für Dich alleine genießen. Wenn er damit nicht umgehen kann – sein Problem. Aber Du kommst damit ja im Moment auch nicht klar, oder sehe ich das falsch?

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      2. Guck mal hier: https://angstundliebeblog.wordpress.com/2017/10/20/kroenchen-gerichtet/ hab ich noch was dazu geschrieben.
        Es ist so, dass ich dazu neige, die erspürten Wünsche meines Gegenüber erfüllen zu wollen. Und ich habe ja durchaus wahrgenommen, dass meine Gefühle von seiner Seite aus unerwünscht sind.
        Ich spüre auch nicht die große Verliebtheit mit Herzrasen und tausend Schmetterlingen, ich bin ja selbst gerade depressiv. Und ich habe das, was ich da fühle lange Zeit auch weg gebdrückt, weil da vermeintlich kein Platz dafür da war. Durch mein „Outing“ ist das jetzt hoffentlich ein bisschen anders.
        LIebe Grüße, pleja

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  4. Schade, dass T offenbar nicht gut/wertschätzend reagiert hat. Ich kann deine Gefühle glaube ich etwas nachempfinden, obwohl es von außen betrachtet wirklich keinen Grund gibt sich zu schämen oder ähnliches. Liebe Grüße!

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      1. Vielleicht konnte er einfach nicht anrufen. Nicht vergessen, dass er in einer Klinik ist und dort sicherlich jede Menge mit seinem Gefühlsleben passiert.
        Du hast nix falsch gemacht. Du musst dich auch nicht vor ihm verstecken, auch wenn ich das sehr gut nachvollziehen kann.
        Und vielleicht möchte er sich auch vor dir und deiner Offenheit verstecken? In einer WhatsApp-Nachricht. Mit Depressionen möchte man sich oft unter einer Decke verstecken. Vielleicht ist WhatsApp seine momentane „Decke“. Vielleicht. Vielleicht hat der Therapeut ihm geraten, es so zu machen, weil er zur Zeit nicht anders kann, damit er überhaupt antwortet und dich nicht im Regen stehen lassen will? Vielleicht.
        Dort in der Klinik passiert wahrscheinlich gerade viel in seinen Gefühlen, dass DAS gerade nicht dran ist, dass er es jetzt wegdrücken MUSS, weil er sich auf die Therapie konzentrieren will. Vielleicht. Verurteile ihn nicht, mit Depressionen im Kopf reagiert man anders, kann oft nicht anders, will sich selbst erstmal schützen, vor was auch immer. Ein Partner mit Depressionen erfordert so viel Stärke, so viel Einsicht, so viel Mut, so viel Verständnis. Irgendwo habe ich gelesen: „Depressionen fressen Beziehungen auf“. Da ist etwas Wahres dran. Freue dich über seine Freundschaft, die braucht er, die brauchst du und schiebe die Form seiner Antwort einfach beiseite. Sprich mit ihm, wenn er wieder da ist. So wie du diesen Brief schreiben MUSSTEST, KONNTE er vielleicht NUR mit einer WhatsApp-Nachricht antworten. Ging vielleicht nicht anders. Vielleicht. Vielleicht. Vielleicht …

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      2. Liebe Weena, das war nur ein erster Impuls von mir, … irgendwas finden, was ich doof an ihm finden kann. Ein Telefonat hätte mich zu diesem Zeitpunkt sowieso überfordert. Ich kenne selbst Depressionen und die dazugehörige Unfähigkeit mich zu äußern.
        Ichglaube, ich habe noch einiges vor mir in den nächsten Wochen im Umgang mit ihm …
        Alles Liebe an Dich und hab Dank, plejade

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      1. *rot werd* Danke – und das ist doch das schöne an unserer Blog-bubble, das wir gegenseitig Anteil nehmen und uns unterstützen.
        Okay, schade dass er nicht anrufen wollte/konnte(?). Ich persönlich finde telefonieren echt schwierig und hätte eventuell auch nicht geschafft anzurufen. Es muss nicht unbedingt bedeuten, dass er dem keine Wichtigkeit beigemessen hat – aber ich kann gut nachvollziehen, dass es das sich wieder gegenübertreten noch schwerer macht. Vielleicht könnt ihr dafür ja per Whatsapp einen „Rahmen“ absprechen, damit es nicht so schwierig wird?

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      2. Ja, da hast Du recht. Ich beteilige mich in letzter Zeit nur sehr wenig an anderen Blogs, aber da kommen auch wieder andere Zeiten, versprochen.
        Wenn ich ehrlich bin, ist mir eine schlichte Nachricht von ihm fast lieber. Vor einem Anruf hatte ich Angst. Aber heute Morgen brauchte ich wohl IRGENDETWAS wegen dem ich ihn doof finden kann.
        ich weiß noch nicht, ob ich dieses Wochenende bereit bin ihn zu sehen, würde mich gern auch erstmal etwas sortieren. Mal gucken.

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