Krönchen gerichtet …

… ein klitzeskleines bisschen zumindest. Mein Beitrag heute Morgen war meine ganz erste Reaktion und genau für sowas wollte ich das Blog ja nutzen. Ungefilterte Worte.

Es wurde von Euch gefragt, was er denn schrieb und ob er nicht wertschätzend geschrieben hat. Doch, hat er. Sehr nett und mit herzlichen Grüßen. Das er mich sehr, sehr mag und möchte, dass wir Freunde fürs Leben sind.

Ich habe gerade in der letzten Zeit zum Glück recht viel positives Feedback von Männern bekommen und nehme mich selbst als attraktiv war. Früher habe ich solche positves Feedback glaub ich einfach nicht wahrgenommen, weil ich gar nicht offen dafür war. Weil ich mich selbst so wenig leiden mochte. Früher hätte ich in einer solchen Situation vor allem vermutet, dass ich ihm zu häßlich bin. Da kann ich heute drüber lachen.

Obwohl ich mich schon frage, was für ihn denn eigentlich nicht stimmt. Denn wir verstehen uns tatsächlich gut, lachen viel zusammen, führen tiefsinnige Gespräche und ich bin ein wirklich netter und fürsorglicher Mensch. Möglicherweise die Multiple Sklerose flüstert da etwas. Möglicherweise, weil er keine Lust auf eine Frau mit Kind hat, er hat schon zwei und empfindet da auch vieles als Stress, flüstert es. Ja, möglichwerweise. Aber das ist nicht relevant. An mir ist es jetzt, nicht in Grübelei zu verfallen. Die Grübelei nicht noch weiter zu führen. Gegrübelt hab ich über T und unser Verhältnis schon genug. Die leise Ahnung, dass er einfach zu feige für was Neues ist, bleibt.

Und dann auch eine leise Ahnung, dass ich mir nicht von ungefähr IHN ausgesucht habe, in dieser Phase meines Lebens. Ihn, der sich nicht auf mich einlassen will. Das ist ja dann auch schön ungefährlich für mich … ich habe nämlich eine Scheißangst vor der Liebe mittlerweile.

Und ich hatte schon immer ein Faible für Männer, die aus irgendwelchen Gründen mit verschiedensten Mitteln Distanz aufgebaut haben. Alkohol, andere Frauen, Hochmut, Drogen, Sprachlosigkeit. Und die Angst mir immer wieder den Falschen auszusuchen und damit auf die Nase zu fallen und immer wiederkehrend alte Muster zu wiederholen ist groß. Und vielleicht ist T einfach klüger als ich. Weil wir vielleicht auch gegenseitig ganz gut unsere alten Muster bedienen würden. Ich hatte eine Chance darin gesehen, es dieses Mal anders zu machen, doch eventuell war das nur die feine Stimme meines Coabhängigen Anteils, der mir meine Gefühle schön reden wollte.

Nur wann werde ich mirch jemals in einen Mann verlieben, der wirklich gut für mich ist? Gut nicht im Sinne von Lektionen lernen, gut im Sinne von: Ich habe meine Lektionen gelernt und kann nun echte Beziehung aufbauen.

Und das was ich wollte hab ich ja erreicht: Zu meinen Gefühlen stehen. Doch wenn ich ihm gegenüber treten muss, wird das nochmal richtig schwer für mich: mich so verletzlich gemacht zu haben und dann nicht wieder ins Abblocken und in Kühlheit zu verfallen. Ich fühle mich so furchtbar klein bei dem Gedankena neine Begegnung.

Es wird in den nächsten Tagen / Wochen noch viel Gefühls-Auf- und-Ab geben bei mir.

Immerhin habe ich ihm eine gute Antwort geschickt, denn neben dem bedürftigem Kind gibt es u.a. auch einen richtig erwachsenen Anteil in mir. Einen Anteil, der glaubt, dass das alles seine Richtigkeit hat. Einen Anteil der nicht lange trauert, sondern hinnimmt und annimmt. Denn am Ende haben sich solche Enttäuschungen in meinem Leben meist als Segen heraus gestellt.

 

10 Kommentare zu „Krönchen gerichtet …

  1. Ich kann das so gut nachvollziehen. Aber du warst so mutig, hast offen zu deinen Gefühlen gestanden und sie mitgeteilt. Damit solltest du dich auf keinen Fall klein machen. Aber ich weiß wie schwer das ist. Deswegen drücke ich dir ganz fest die Daumen, dass du dir immer vor Augen halten kannst, was du geschafft hast und dass dir das hilft, die kommenden Situationen durchzustehen.

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  2. Wunderbar reflektiert! Wow!

    Zum letzten Teil würde ich allerdings hinzufügen: auch der Erwachsene darf und soll traurig sein, wenn er traurig ist. Das ist nicht nur ein kindliches Bedürfnis. Und im Hier und Jetzt ist das ja ein realer Verlust. Vielleicht verspürst du sogar Wut, darüber, dass er vielleicht feige ist – so wie du es sagst.
    Also, es geht aus meiner Sicht darum, alle Gefühle zu integrieren und nicht so zu tun, als ob man da cool drüber steht…

    Liebe Grüße!

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    1. Du hast Recht, traumfaenger. Das mit den Gefühlen, dass übe ich noch. Es gibt 100 Wege Gefühle weg zu drücken – ich entdecke gerade ein paar Wege, um Gefühle zu spüren wenn sie da sind, so wie sie sind. Wahnsinn, wie schwer so etwas ganz natürliches doch sein kann. Zumal es ja auch schon eine kleine Kunst für mich, die Gefühle überhaupt wahrzunehmen und wohlmöglich auch noch benennen zu können.
      Liebe Grüße, pleja

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      1. Danke für deine Antwort. Ich hatte selbst einen Beitrag geschrieben genau zu dem Thema, Gefühle integrieren. Mich beschäftigt das sehr, weil ich merke, wie schräg da unsere Gesellschaft ist. Es ist eben nicht selbstverständlich…. Obwohl es das müsste! Das kann einfach nicht gesund sein. 🤔
        Liebe Grüße!
        Ich drücke dir natürlich weiterhin auf deinem Weg alle Daumen!!
        https://traumfaenger.wordpress.com/2017/08/29/gefuehle-integrieren/

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  3. Toll, du hast dein Krönchen wirklich gerichtet und bist neuem nicht abgeneigt – es stimmt ja doch – was uns nicht umhaut, macht uns stärker.
    Zeige einfach weiter deine Gefühle
    GLG
    Martina

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  4. Ich glaube, Du verliebst Dich in diese Männer, weil da noch eine Lektion ist, die Du lernen musst. Das ist so mit Mustern, sie wiederholen sich, bis wir es kapieren und etwas – uns? – ändern. Vielleicht, dass Du erst alleine glücklich und zufrieden sein musst, bevor Du offen bist für das Glück zu zweit? Ist so’n Alte-Tanten-Spruch, ich weiß.

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