Tag ohne Farben

Traurig, sehr traurig ins Bett gegangen, unruhig geschlafen, deprimiert aufgewacht. Froh, heute meine monatliche Therapiestunde zu haben und dann war es so zäh. Die Therapeutin meinte irgendwann, sie hätte jetzt Watte im Kopf. Hatte ich schon vorher. Und hinterher. Und jetzt.

Und neben mir liegt eine Packung Antidepressiva, die mir der Schmerztherapeut, neben Ergotherapie, am Montag verschrieben hat. Heute erst hab ich das Rezept eingelöst. Unentschlossen. Ich hatte darauf gehofft, dass er mir was verschreibt. Und nun überwiegt die Angst vor Nebenwirkungen. Was, wenn alles nur noch schlimmer wird? Panikattacken und Unruhe als Nebenwirkung. Dankeschön. Absetzsyndrom. Toll. Schaffe ich es nicht doch besser ohne Medikamente? Wird mein Körper es mir nicht viel eher danken, wenn ich es ohne hinkriege? Das Gefühl von Depersonalisation, das ebenfalls als Nebenwirkung auftreten kann, kenne ich doch nur zu gut, es ist einer meiner schlimmsten Angsttrigger. Blutungsneigung, Übelkeit, Erbrechen (Ey, ich habe eine Emetophobie! Also Angst vor dem Erbrechen). Schlimmer gehts auch noch. Aber das ist dann nur selten der Fall.

Aber es soll langfristig gegen die Schmerzen helfen, gegen dieses lähmende Gefühl der Depression, gegen Angstgefühle. Das wäre ja ein Traum! Lande ich damit im Paradies der Leichtigkeit? Unwahrscheinlich. Aber ein bisschen mehr Licht wäre schon gut.

Ich fühle mich gerade jetzt überhaupt gar nicht in der Lage eine Entscheidung zu treffen. Es ist schon schwer genug, zu entscheiden, was ich Morgens anziehe, damit ich mich einigermaßen wohl fühle.

Ich vermisse T. Würde ihn gerne anrufen und mit ihm darüber sprechen. Aber da er sich nicht meldet, lasse ich es auch. Ich kenne das Gefühl, wenn jemand Gefühle für mich hat, die ich nicht habe. Das kann auch leicht mal nerven,

4 Kommentare zu „Tag ohne Farben

  1. Oh, das ist wirklich eine schwierige Entscheidung. Aber wie auch immer du dich entscheidest – es ist ok! Vielleicht kannst du erst Mal eine Nacht drüber schlafen und dann schauen, wie es sich morgen anfühlt. Ich drücke Dir die Daumen, dass du zu einer für Dich guten Entscheidung kommst!

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  2. Kannst du nicht mit einer Minidosis anfangen? Nur zum Schauen, wie du darauf reagierst? Und dann gaaaanz langsam aufdosieren. Dann bleiben dir die Nebenwirkungen vielleicht erspart. Und wenn es nicht klappt, kannst du immer noch absetzen. Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute und hoffe, dass es in Zukunft für dich besser wird.

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    1. Ich habe die kleinstmögliche Menge verschrieben bekommen, aber so fängt man bei dem Medikament sowieso üblicherweise an. Evtl. gibt es noch die Möglichkeit die Kapseln zu öffnen und nur eine Teilmenge daraus zu entnehmen. Das ist vielleicht eine gute Idee, ich werde versuchen den Arzt nochmal anzurufen.
      Und am Montag telefoniere ich mal mit meiner alten Therapeutin, was die dazu sagt.
      Danke Dir! Liebe grüße, pleja

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  3. Trau Dich. Und hör auf, den Beipackzettel vorher zu lesen. Das ist echt doof. Die Pharmas werden dazu vepflichtet, ALLES, was jemand meldet, aufzulisten. Und gerade bei Psychopharmaka ist es sehr schwer, herauszufinden, was wirklich auf die Medi zurückgeht und was eben nicht. Denk dran: Wenn das Medikament nicht gut wirken würde, hätte es keine Zulassung bekommen, der Prozess ist nämlich kein Kindergeburtstag. Viel Glück!

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