3 Tage Ach

Jetzt sitze ich hier. Allein in meiner schönen Wohnung. Das Kleine Wunder ist beim Papa und hinter mir liegen drei Tage Überdosis T.

Freitag waren wir ja Mittagessen. Ich habe mich vorher oft gefragt, wie ein Wiedersehen wohl aussehen wird, nach meinem Geständnis. Was das mit mir macht. Und wie wir miteinander klarkommen. Und nun bin ich über mich selbst erstaunt. Ich bin einfach so gern mit ihm zusammen, dass ich die meiste Zeit im Hier und Jetzt bin. Wir haben nicht darüber gesprochen, aber es gab da diese Momente, wo ich (ich! Ich, die immer zu schüchtern war, ihren (unerwiderten) Gefühlen Ausdruck zu verleihen) Scherze über meinen Brief, unsere Situation, meine Gefühle machen konnte.

Gestern waren wir den halben Tag mit den Kindern unterwegs, wie schon so oft mit anschließendem gemeinsamen Abendessen. Heute ähnlich. Und dann gab es noch diese Situation, wo des Kleinen Wunders Papa kam um sie abzuholen und T noch da war, weil er gerade sein Wunder abgeholt hat. Mein Ex, der mich ja zurück haben will, ist schon lange eifersüchtig auf T. Und T. weiß vieles über den Ex, was dieser wohl nicht so gut fände. Und dann saßen wir da zu Dritt an meinem Küchentisch. Und ich habe gar keine Worte dafür, wie seltsam ich das fand. Viel wichtiger ist: was ich fühle. Ich schaue auf die Situation und versuche täglich nicht zu grübeln, sondern zu fühlen. Und manchmal gelingt mir das sogar schon ein kleines bisschen für ein paar kurze Sekunden.

Aber wenn wir dann wie eine kleine Familie durch den Park spazieren und das Kleine Wunder meine Hand nimmt und dann mit der anderen die Hand von T, dann höre ich doch wieder für einen Moment lang auf zu atmen.

Das Leben ist mein Lehrer und dies ist nur eine neue Lektion.

Das Leben als französischer Film

T  ist momentan 1 x die Woche für ca. 24 Stunden zu Hause. Er wollte was mit uns unternehmen, aber ich hatte Das Kleine Wunder und mich schon wohlweislich und vorrausschauend verplant und ihm geschrieben, dass ich mich nun erstmal ein bisschen sortieren muss.

Dann trete ich am Samstag zum ersten Mal an diesem Tag vor die Tür. Und wem laufe ich direkt vor meine Haustür in die Arme? T! Warum ist das Leben immer genau so? Was folgte war ein Gespräch mit ungewöhnlich großem räumlichen Abstand zwischen uns, keine <Umarmung zur Begrüßung wie gewohnt. Unsicherheit auf beiden Seiten. Und Small-Talk in dem mehrmals von beiden Seiten aus die gleichen Sätze wiederholt wurden. Manchmal ist das Leben wie eine französiche Komödie. Nur, dass ich es nicht richtig lustig finde als Beteiligte.

Krönchen gerichtet …

… ein klitzeskleines bisschen zumindest. Mein Beitrag heute Morgen war meine ganz erste Reaktion und genau für sowas wollte ich das Blog ja nutzen. Ungefilterte Worte.

Es wurde von Euch gefragt, was er denn schrieb und ob er nicht wertschätzend geschrieben hat. Doch, hat er. Sehr nett und mit herzlichen Grüßen. Das er mich sehr, sehr mag und möchte, dass wir Freunde fürs Leben sind.

Ich habe gerade in der letzten Zeit zum Glück recht viel positives Feedback von Männern bekommen und nehme mich selbst als attraktiv war. Früher habe ich solche positves Feedback glaub ich einfach nicht wahrgenommen, weil ich gar nicht offen dafür war. Weil ich mich selbst so wenig leiden mochte. Früher hätte ich in einer solchen Situation vor allem vermutet, dass ich ihm zu häßlich bin. Da kann ich heute drüber lachen.

Obwohl ich mich schon frage, was für ihn denn eigentlich nicht stimmt. Denn wir verstehen uns tatsächlich gut, lachen viel zusammen, führen tiefsinnige Gespräche und ich bin ein wirklich netter und fürsorglicher Mensch. Möglicherweise die Multiple Sklerose flüstert da etwas. Möglicherweise, weil er keine Lust auf eine Frau mit Kind hat, er hat schon zwei und empfindet da auch vieles als Stress, flüstert es. Ja, möglichwerweise. Aber das ist nicht relevant. An mir ist es jetzt, nicht in Grübelei zu verfallen. Die Grübelei nicht noch weiter zu führen. Gegrübelt hab ich über T und unser Verhältnis schon genug. Die leise Ahnung, dass er einfach zu feige für was Neues ist, bleibt.

Und dann auch eine leise Ahnung, dass ich mir nicht von ungefähr IHN ausgesucht habe, in dieser Phase meines Lebens. Ihn, der sich nicht auf mich einlassen will. Das ist ja dann auch schön ungefährlich für mich … ich habe nämlich eine Scheißangst vor der Liebe mittlerweile.

Und ich hatte schon immer ein Faible für Männer, die aus irgendwelchen Gründen mit verschiedensten Mitteln Distanz aufgebaut haben. Alkohol, andere Frauen, Hochmut, Drogen, Sprachlosigkeit. Und die Angst mir immer wieder den Falschen auszusuchen und damit auf die Nase zu fallen und immer wiederkehrend alte Muster zu wiederholen ist groß. Und vielleicht ist T einfach klüger als ich. Weil wir vielleicht auch gegenseitig ganz gut unsere alten Muster bedienen würden. Ich hatte eine Chance darin gesehen, es dieses Mal anders zu machen, doch eventuell war das nur die feine Stimme meines Coabhängigen Anteils, der mir meine Gefühle schön reden wollte.

Nur wann werde ich mirch jemals in einen Mann verlieben, der wirklich gut für mich ist? Gut nicht im Sinne von Lektionen lernen, gut im Sinne von: Ich habe meine Lektionen gelernt und kann nun echte Beziehung aufbauen.

Und das was ich wollte hab ich ja erreicht: Zu meinen Gefühlen stehen. Doch wenn ich ihm gegenüber treten muss, wird das nochmal richtig schwer für mich: mich so verletzlich gemacht zu haben und dann nicht wieder ins Abblocken und in Kühlheit zu verfallen. Ich fühle mich so furchtbar klein bei dem Gedankena neine Begegnung.

Es wird in den nächsten Tagen / Wochen noch viel Gefühls-Auf- und-Ab geben bei mir.

Immerhin habe ich ihm eine gute Antwort geschickt, denn neben dem bedürftigem Kind gibt es u.a. auch einen richtig erwachsenen Anteil in mir. Einen Anteil, der glaubt, dass das alles seine Richtigkeit hat. Einen Anteil der nicht lange trauert, sondern hinnimmt und annimmt. Denn am Ende haben sich solche Enttäuschungen in meinem Leben meist als Segen heraus gestellt.

 

Klarkommen

Jetzt ist es natürlich so, dass ich mich doch ganz furchtbar schäme und mich am Liebsten verstecken würde, wie ein Kind, das etwas getan hat, was es nicht tun sollte.

T hat mit einer whatsapp-Nachricht geantwortet (was ich feige finde und mir vielleicht langfristig hilft es / ihn loszulassen) und ich würde ihm am Liebsten erstmal gar nicht mehr begegen. Aber er ist mein Nachbar und ich passe gerade auf seine Wohnung auf und gucke nach Post. Und diese Freundschaft ist wichtig für mich, ich brauche Freunde.

Jetzt ist erstmal mein Handy aus, weil ich gar nicht will, dass er weiß, dass ich diese Nachricht von ihm schon gelesen habe. Was auch irgendwie Quatsch ist. Ich komme mir gerade unglaublich dumm vor.

Das Kleine Wunder hat schon gefragt, ob ihre Freundin (T’s Tochter) am Wochenende wieder hier ist. Und jetzt habe ich das Gefühl auch das verbockt zu haben. Denn auf so eine Begegnung in Anwesenheit der Kinder steht mir der Sinn ganz besonders gar nicht.

Ich fand meinen Brief trotz allem schön und wenn er das nicht liest und für sich nutzt, dann ist er Idiot.

Und wieder geht es für mich darum, Gefühle auszuhalten, nicht weg zu schieben, da sein zu lassen. Denn natürlich hatte ich eine leise Hoffnung und natürlich bin ich enttäuscht.

Brief, überfällig

Lieber T,

was jetzt kommt, ist eventuell so eine Art Belastungserprobung. Für mich auf jeden Fall. Und anstatt lang rumzuschwafeln, falle ich gleich mit der Tür ins Haus. Ich habe Dich einfach in mein Herz geschlossen, und das zu verleugnen wäre eine ziemliche Dummheit. Gefühle die unerwünscht oder unangebracht erscheinen zu verleugnen, wegzudrücken, zu überspielen – mein ganzes Leben lang schon eine meiner leichtesten Übungen. Aber auch eine meiner ungesündesten Angewohnheiten.
„Ich darf es mir erlauben, neue Wege zu gehen.“ – das ist meine aktuelle Affirmation mit der ich arbeite. Vielleicht ist dieser Brief Teil dieser neuen Wege. Ich war schon oft irritiert über Dein Verhalten. Verbindlich – unverbindlich. Distanziert – nah. Das macht es mir noch schwerer, diesen Brief zu schreiben. Aber eigentlich egal, ich kann sowas sowieso nicht gut. Du wünschst Dir einen entspannten Umgang miteinander. Den wünsche ich mir auch. Und zu einer Freundschaft gehört Ehrlichkeit. Und die Wahrheit ist, dass ich Gefühle für Dich habe, die über eine Freundschaft hinaus gehen. Ich wünsche mir mehr Nähe zu Dir.
Und vielleicht ist das ja auch hilfreich für Dich, das zu wissen. Das da ein Mensch ist, der Dich so mag, wie Du bist und der findet, dass all die Gedanken über Unzulänglichkeit unangebracht sind, – weil Du einfach ein toller Mensch bist.
Ich weiß, das dieses Geständnis etwas zwischen uns verändern wird, aber ich hoffe trotzdem Deine Freundin bleiben zu können. Diesen Brief durfte meine Seele schreiben und mein Kopf durfte gerade mal eine Pause machen.
Das ist einfach die Wahrheit und das bin ich. Und bevor mich der Mut verlässt, lasse ich das so stehen und tue es einfach.

In Verbundenheit, plejade

Mein Zögern / Mut sammeln

Ok. Ich habe verstanden.
Menschen bereuen auf dem Sterbebett selten Dinge, die sie getan haben. Vielmehr bereuen sie Dinge die sie nicht getan haben.

T und ich und die Kinder, wir haben in den letzten Wochen so viel Zeit miteinander verbracht. Entspannte Zeit. Gute Zeit. Irgendwie scheint das Aussprechen dessen, das wir nur Freundschaft voneinander wollen etwas (aus-)gelöst zu haben. Ihn scheint das entspannt zu haben. Bei mir hat es eine Welle von Emotionen ausgelöst, die ich aber bisher dennoch ganz gut in Schach halten kann. Wohlwissend, dass dies ein sehr ungesundes Verhalten für mich ist. Ich möchte noch mehr Zeit mit ihm verbringen und ich möchte mehr und andere Nähe. Es wäre gesünder für mich, dies zu fühlen und ihm zu zeigen.

Noch steht mir die Angst im Weg.

Ich habe Angst ihn durch ein Aussprechen davon zu verlieren, weil er dann vielleicht auf Distanz geht.

Ich habe Angst vor einer Absage und was das mit mir machen würde. Wieder: Angst vor Gefühlen.

In etwas mehr als drei Wochen geht er für mindestens sechs Wochen in eine Klinik. Lasse ich ihn bis dahin besser mit meinem Anliegen in Ruhe? Oder ist das Gegenteil der Fall und ich sollte nun schnell handeln? Was ist das für eine blöde Timeline die ich mir selbst damit setze?

Ich denke und denke und denke und vergesse dabei zu leben.

 

Ich habs verstanden. Der für mich richtige Weg ist Ehrlichkeit und Offenheit. Doch ich muss noch Mut sammeln. Noch reicht er nicht.

Und während ich dies schrieb, spülte das Universum diesen Song, den ich komischerweise bisher gar nicht kannte, aus dem www zu mir – kurios!:

(Früher habe ich gerne Mixtapes aufgenommen die durch die Songauswahl geheime Botschaften enthielten. Aber die Jungs haben das nie verstanden. Ich hatte schon in meiner Jugend schlechte Strategien in Liebesdingen 😂)

 

Have you got color in your cheeks‘
Do you ever get the feeling that you can’t shift the tide
That sticks around like something’s in your teeth
And some aces up your sleeve
I had no idea that you’re in deep
I dreamt about you near me every night this week
How many secrets can you keep‘
‚Cause there’s this tune I found that makes me think of you somehow
When I play it on repeat
Until I fall asleep
Spilling drinks on my settee

(Do I wanna know?)
If this feeling flows both ways
(Sad to see you go)
Was sorta hoping that you’d stay
(Baby we both know)
That the nights were mainly made for saying
things that you can’t say tomorrow day

Crawlin‘ back to you.

Ever thought of calling when you’ve had a few?
‚Cause I always do
Maybe I’m too busy being yours to fall for somebody new
Now I’ve thought it through

Crawling back to you

So have you got the guts?
Been wondering if your heart’s still open and
if so I wanna know what time it shuts
Simmer down and pucker up
I’m sorry to interrupt it’s just I’m constantly
on the cusp of trying to kiss you
I don’t know if you feel the same as I do
But we could be together, if you wanted to

(Do I wanna know?)
If this feeling flows both ways
(Sad to see you go)
Was sorta hoping that you’d stay
(Baby we both know)
That the nights were mainly made for saying
things that you can’t say tomorrow day

Crawling back to you

Ever thought of calling when you’ve had a few? (calling when you’ve had a few)
‚Cause I always do (‚cause I always do)
Maybe I’m too busy being yours to fall for somebody new
Now I’ve thought it through

Crawling back to you, (do I wanna know?)
If this feeling flows both ways
(Sad to see you go)
Was sorta hoping that you’d stay
(Baby we both know)
That the nights were mainly made for saying
things that you can’t say tomorrow day

(Do I wanna know?)
Too busy being yours to fall
(Sad to see you go)
Ever thought of calling darling?
(Do I wanna know)
Do you want me crawling back to you?

3 x dankbar, 26.08.2017

  • Immer wieder so WUNDERbare Momente mit dem Kleinen Wunder erleben zu dürfen – heute haben wir ganz einträchtig ganz viele Einladungskarten für die nahende Geburtstagsfeier gebastelt und sie sagte immer wieder, wieviel Spaß ihr das macht
  • Das Gefühl unter meinen Füßen, wenn ich barfuß über unsere Holzdielen gehe – dieses Zuhause bewohnen zu dürfen, ich liebe diese Wohung wirklich sehr
  • Die Freude in den Augen der kleinen F als ich ihr zu ihrem 3. Geburtstag die Sonnenblume in das Händchen drückte – ich brauche kein aufgesagtes „Danke“ von Kindern, ich liebe es sie in dem Moment zu sehen in dem sie eins mit ihrer Freude sind und in sich hineinstrahlen

Die Liebe in Zeiten des Wettbewerbs

Das Kleine Wunder sprach über einen Schulwettbewerb, wie sehr sie will, dass ihre Klasse gewinnt. Das sie sich beim Basteln alle richtig anstrengen müssen, das es einen tollen Preis gibt. Unbedingt gewinnen müssten sie.

Und dann:

»Was red ich eigentlich? Ist doch gar nicht wichtig so ein Wettbewerb! Wichtig ist nur die Liebe.« und dann kam sie zu mir und gab mir einen Kuss. »Wichtig ist nur, dass wir uns lieb haben.«

Whoooosh! ❤

Wie ein Kleines Wunder mich an meine Grenzen bringt

… schnell und einfach schafft sie das. Ein eigenes Kind mag der beste Therapeut / die beste Therapeutin sein – zumindest gibt es ganz viel Konfrontation mit dem eigenen Schatten seitdem ich mit dem Kleinen Wunder lebe.

Gestern trafen wir ihre Lehrerin auf dem Spielplatz und plötzlich klagte das Wunder über Bauchweh und wollte heim – und sie ist kein typisches Bauchweh-Kind. Ich ahnte gleich, dass da irgendwas im Argen liegt. Und wunderte mich ein bisschen, weil das Kleine Wunder bisher so verliebt gewesen ist in die Lehrerin.

Als wir dann abends im Bett lagen sagte sie, dass sie am nächsten Morgen auf keinen Fall zur Schule gehen wird. Huch! Bisher hatte sie sich doch immer gefreut. Sehr vehement war sie. Aber warum sie nicht gehen wollte, das konnte sie mir nicht sagen. Fragen machten sie wütend und verschlossener. Und sie hustete und nieste künstlich ohne auch nur im geringsten krank zu sein.

Heute früh ging es dann nahtlos mit Totalverweigerung weiter. Sie kam nicht aus dem Bett, versteckte sich unter der Bettdecke, wütend und grimmig und verzweifelt auch. Und ich? In mir stiegen Ungeduld und Wut hoch. Der Uhrzeiger tickte unaufhörlich und ich fühlte mich hilflos, weil sie mich mal wieder so gar nicht an sich ranließ.

Erinnerungen kamen hoch, an meine eigene Schulangst, an meine Unfähigkeit diese Angst auch nur ansatzweise auszudrücken. Daran, dass ich einfach brav war und keinen Mucks gesagt habe und voller Angst immer wieder hingegangen bin. Daran, dass meine Eltern davon rein gar nichts bemerkt haben. Wie allein ich mich gefühlt habe. Tränen schossen in mir hoch. Und ich fühlte mich wie eine Versagerin. Als Mutter, als Sorgeberechtige, und wahnsinnig hilflos und ängstlich.

Dann aber konnte ich mit dem Mitgefühl, dass dieser Prozess in mir ausgelöst hat, meine Ungeduld und Wut überwinden und ich machte ihr ein Hörspiel an und brachte ihr das Frühstück ans Bett. Und habe ihr erzählt, dass meine Lehrerin mich in der Grundschule mal ausgeschimpft hat, weil ich zu laut geniest habe und ich das so ungerecht fand, dass ich auch nie wieder in die Schule wollte.

Und als ich das nächste Mal ins Zimmer kam und mich auf ihr Bett setzte, da brach sie in Tränen aus und erzählte von einer Aufgabe, die sie gestern nicht lösen konnte und die sie heute weiter bearbeiten muss und dass sie das nicht hinkriegt und nicht will und das ihr Freund M ihr auch nicht helfen kann, weil der nämlich nicht mehr ihr Freund sein will, seit drei Tagen schon. Und da hab ich sie fest in den Arm genommen und gespürt, wie sie sich entspannte. Da musste ich nicht mehr viel sagen, denn das Reden, das hat ihr schon geholfen. Danach hat sie sich angezogen und wir sind zur Schule gegangen. Und ich habe mich für Ihr Vertrauen bedankt und gesagt, dass ich immer für sie da sein werde. Und das sie Fehler machen darf und nicht alles können muss und dass es mir nicht wichtig ist, dass sie alles richtig macht in der Schule.

Danach saß ich hier auf meinem Sofa und musste erstmal durchatmen. Niemals hätte ich gedacht, dass es so ist, wenn man ein Kind hat. So intensiv. So aufwühlend. Und ich war ein kleines bisscehn stolz auf mich und froh, dass die Situation noch so eine gute Wendung genommen hat – auch wenn ich nicht genau weiß, wo der Knackpunkt lag.

Ich hoffe, sie hatte einen guten Tag heute.