Ich sehne mich nach Leichtigkeit, – zurück ins Licht

Heute Abend übe ich mich in achtsamer Akzeptanz. Vor vier! Monaten habe ich einen Wochenend-Kurs gebucht, Thema: Achtsamkeit. Heute Abend sollte es losgehen. Und nun? Ich kann da unmöglich hingehen. Ich huste und huste, ich würde stören. Außerdem habe ich eine üble Bindehautentzündung, die ja bekanntlich sehr ansteckend ist. Und ganz ehrlich: ich fühle mich auch so elend, dass ich mich gar nicht mehr vom Sofa weg bewegen mag. Das Kleine Wunder freut sich, bei ihrer Lieblingsfreundin schlafen zu können. Ich habe alles super organisiert: wie und vom wem sie vom Hort abgeholt wird, wo sie sich dann aufhalten kann, bis sie um 19 Uhr zur Freundin kann, wo sie dann bis Morgen Abend bleibt, bis der Kurs zu Ende ist. Das war mit Hindernissen verbunden. Die erste Verabredung wurde nämlich spontan heute krank und so mussten mehrere Leute verschiedene Etappen übernehmen. Aber ich habe es dank sehr hilfsbereiter, liebevoller Familien geschafft. Dafür bin ich dankbar. Das ist so toll!

Und nun übe ich mich darin: Kein schlechtes Gewissen zu haben, so viele Leute eingespannt zu haben und dann zu schwächeln. Denn die Realität ist: Ich bin froh, dass das Wunder nicht hier ist und ich mich ausruhen kann. Froh, dass ich sie auf diese Weise weniger wahrscheinlich mit der Bindehautentzündung anstecke. Sie selbst freut sich wie das erste Schneeglöckchen und wird ein wundervolles Wochenende haben.

Es ist schade ums Geld, aber meine Entscheidung ist vernünftig und gut und schützt zudem einige andere Leute davor sich von mir anzustecken. Warum zur Hölle hadere ich dann trotzdem? Es ist mir in den letzten Jahren so verdammt oft passiert, dass ich Karten für eine Veranstaltung hatte, mich zu einem Kurs angemeldet hatte, langwierig verabredet war … und dann krank geworden bin. Das ärgert mich. das schöne Geld! Und dieses Gefühl, nun verschiedenste Leute eingespannt zu haben, nur damit ich den Kurs machen kann, den ich dann gar nicht mache … plejade! Es darf Dir gut gehen. Du darfst für dich sorgen. Du darfst tun was du möchtest und für dich richtig ist. Wann wirst du das verstehen? Und wo verflixt nochmal, ist denn nun diese Leichtigkeit und dieses Licht, nach denen du dich so sehnst???

Die Angst an die Hand genommen

Seit einiger Zeit meditiere ich täglich mit Hilfe einer wunderbaren App: https://7mind.de/ – ich weiß nicht, ob es wirklich Meditation ist, was ich da mache. Denn meist bin ich so erschöpft, dass ich dabei liege und oft auch einschlafe. Dennoch merke ich nach 38 Tagen, dass die Übungen eine Wirkung entfalten.

Momentan arbeite ich mit 7Mind in einer Übungsreihe zum Thema Angst. Und damit ist es mir tatsächlich gelungen meiner Angst ein Gesicht zu geben. Diesen Rat habe ich ja schon öfter gehört – mit der Angst reden, eine Form für sie finden. Aber es blieb immer ein diffuses Bild. Nun sehe ich, dass ich es mit einem kleinen, mal Schwarz, mal Weiß gekleidetem Mädchen zu tun habe. Es klammert sich ganz oft an meine Beine, will mich aufhalten, zögert, weint und braucht sehr viel Liebe. Im Grunde will es mich vor Einsamkeit bewahren.

Am letzten Freitag haben wir es zusammen zur Friseurin geschafft. Ich wollte unbedingt meinen Pony nachschneiden lassen und hab vorher mit dem Angst-Mädchen gesprochen, dass ich es mitnehmen werde. Das ich nicht, wie sonst, um jeden Preis versuchen will sie loszuwerden und allein draußen stehen zu lassen. Ich habe ihr versprochen, dass sie auf meinem Schoß sitzen und dabei bleiben darf. Und das wir das trotzdem zusammen machen und nicht weglaufen werden.

Und tatsächlich hat mir dieses Bild geholfen und ich konnte mit frisch geschnittenem Pony zum Mittagstreff mit T. gehen. Wir haben gezittert und Luft geholt und in den Spiegel gesehen und fast geweint vor Angst. Aber wir sind geblieben bis die Angst fort war.

Am Abend habe ich mich kurz über meine Erschöpfung gewundert – aber, Leute! Ich! War! Beim! Friseur! Und danach dann dieses spontane Treffen mit T. – wieso wundere ich mich über Erschöpfung????

 

P.S.: Gestern war ich zusammen mit dem Angst-Mädchen beim „ich kann nicht singen-Chor“ – auch hier wollte das Angst-Mädchen mich aufhalten und ist dann einfach mit gekommen.

 

Achtsam durch den Tag, Reflektion Woche 3 (Füllwörter)

In dieser Achtsamkeits-Woche ging es um die Verwendung sinnloser Füllwörter. Zu dieser Übung habe ich keinen rechten Zugang gefunden, da ich starken Husten hatte, habe ich nicht so viel gesprochen und wenn, dann fielen mir keine Füllwörter auf (meist hab ich aber auch gar nicht dran gedacht darauf zu achten). Nun denn: Auf zu Woche 4!

P.S.: Auch Maria von wiederstandistzweckmäßig beschäftigt sich mit diesem Buch und geht die Übungen Woche für Woche durch.

Achtsam durch den Tag, Woche 2: Keine Spuren hinterlassen

Die Übung dieser Woche besteht darin, in einem Raum der Wohnung keine Spuren zu hinterlassen. Der Raum soll also so verlassen werden, wie er war, als ich ihn betreten habe. Das heißt, ich räume direkt im Anschluss an meine dortige Tätigkeit wieder auf, so dass z.B. im Bad nur noch an der nassen Seife erkennbar ist, dass ich dort war und mir die Hände gewaschen habe.

Ich habe dafür mein Badezimmer ausgewählt. Und als Vorabmaßnahme muss ich dort erstmal aufräumen, sonst muss ich es ja eine Woche lang jedes Mal so unordentlich verlassen wie es war, – haha! Diese Übung wird eine echte Herausforderung für mich, vor allem dann, wenn mein ungeduldiges Kleines Wunder zu Hause ist. Die ist besonders Morgens immer sehr daran interessiert, dass ich endlich fertig bin mit diesem langweiligen Duschen, Abtrocknen, und – seufz – Eincremen und – oh nein, auch das noch! – Anziehen. Wenn ich nun auch noch sage:„Liebes Wunder, ich komme, wenn ich alles wieder aufgeräumt habe.“ Weh mir! Wir werden sehen. Da ich noch immer jede Menge Schlaf brauche, ist das Wunder momentan ohnehin nicht ganz so oft bei mir am Morgen. Also: Ich gehe es an!

P.S.: Auch Maria von wiederstandistzweckmäßig beschäftigt sich mit diesem Buch und geht die Übungen Woche für Woche durch.

 

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Die linke Hand (Achtsam durch den Tag, Woche 1)

Achtsamkeit ist ein Thema, das mich schon länger beschäftigt. Nun fiel mir diese Buch in die Hände und ich habe Lust meine Erfahrungen damit hier zu beschreiben. Enthalten sind – wie schon auf dem Titel versprochen – 53 einfache Achtsamkeitsübungen. Angeregt wird, jede Woche eine davon zu praktizieren. Der Einfachheit halber (mein Leben ist kompliziert genug), gehe ich die Übungen nun also  in der Reihe an wie sie im Buch geordnet sind.

Die erste Übung ist es, eine Woche lang immer mal wieder die nicht dominante Hand zu benutzen. Damit ich auch dran denke, hab ich mir ein riesiges temporäres Tattoo auf die rechte Hand gezaubert.

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Heute ist Tag 1 der Woche und ich habe es trotz Tattoo stets vergessen, die nicht dominante Hand zu benutzen. Aber manchmal hab ich doch dran gedacht und dann war es … lustig! 🙂 Ich kann eigentlich nichts mit der linken Hand. Und ich fühle mich daran erinnert, wie das Kleine Wunder seine ersten motorischen Versuche mit den Händen gestartet hat. Mit links zu essen oder die Zähne zu putzen ist so frustrierend und langwierig, dass ich doch immer recht schnell die rechte übernehmen ließ. Radieschen schneiden mit der linken Hand ist schon fast gefährlich.

Aber ich mache weiter. Solche Übungen sind nicht nur Achtsamkeitsübungen, sondern Gehirntraining. Ich kann mir so selbst zeigen und erleben, dass neue Nervenbahnen gebildet werden können. 2012 hatte ich einen Schub bei dem ich eine zeitlang nur noch kritzelnd schreiben konnte. Ziemlich grausam für mich, die seit sie Schreiben kann immer Tagebücher geführt und Brieffreundschaften gepflegt hat. Die Ausdauer mit der linken Hand schreiben zu lernen hatte ich bisher nicht. Aber zum Glück haben sich die Nerven mit der ich die rechte steuere ja auch wieder komplett regeneriert. Dennoch halte ich es für gut, Vorsorge zu betreiben und meinen Körper immer mal wieder neues zu lehren.

P.S.: Auch wiederstandistzweckmäßig beschäftigt sich mit diesem Buch und geht die Übungen Woche für Woche durch.

Gewohnheiten ändern, Ziele erreichen

Ich habe das Glück einen noch nicht veröffentlichten Online-Kurs testen zu dürfen. Und möchte meine Erfahrungen damit hier mit Euch teilen – auch, um besser dran bleiben zu können. Gestern habe ich den Kurs begonnen, es geht dabei darum eine neue Gewohnheit in meinem Leben zu manifestieren um damit auf ein längerfristiges Ziel hin zu arbeiten.

Die ersten Kurseinheiten haben mich dahin geführt mein Ziel zu formulieren und eine neue Gewohnheit zu definieren die mir auf dem Weg dahin helfen wird. Mein längerfristiges Ziel ist es, dass ich allein mit dem Kleinen Wunder in ein bestimmtes Schwimmbad hier in der Nähe zum Schwimmen gehen kann. Es macht mich nämlich traurig und unzufrieden, dass ich keine Ausflüge mit ihr machen kann und dafür immer noch eine 2. erwachsene Person in Begleitung benötige. Sehr gern würde ich mal was mit dem Kleinen Wunder allein unternehmen.

So habe ich das formuliert:

Neue Gewohnheit: Angst aushalten

Ich stelle mich an mindestens 5 Wochentagen einer Angst und gewinne damit innere Stärke

Die Aktion darf unterschiedliche Ängste betreffen. Ich plane jeden Abend die Aktion + anschließender Belohnung des nächsten Tages und führe diese dann am folgenden Tag dabei aus. Ich achte dabei darauf, nicht zu vermeiden, mich aber auch nicht zu überfordern. Nach Ausführung der Aktion belohne ich mich.

Als nächstes mache ich mir noch einmal genauer Gedanken, warum ich dieses Ziel erreichen will. Das wird dann mein Leuchtfeuer, dass mich in den nächsten Wochen durch den Kurs führen soll.