Die Angst an die Hand genommen

Seit einiger Zeit meditiere ich täglich mit Hilfe einer wunderbaren App: https://7mind.de/ – ich weiß nicht, ob es wirklich Meditation ist, was ich da mache. Denn meist bin ich so erschöpft, dass ich dabei liege und oft auch einschlafe. Dennoch merke ich nach 38 Tagen, dass die Übungen eine Wirkung entfalten.

Momentan arbeite ich mit 7Mind in einer Übungsreihe zum Thema Angst. Und damit ist es mir tatsächlich gelungen meiner Angst ein Gesicht zu geben. Diesen Rat habe ich ja schon öfter gehört – mit der Angst reden, eine Form für sie finden. Aber es blieb immer ein diffuses Bild. Nun sehe ich, dass ich es mit einem kleinen, mal Schwarz, mal Weiß gekleidetem Mädchen zu tun habe. Es klammert sich ganz oft an meine Beine, will mich aufhalten, zögert, weint und braucht sehr viel Liebe. Im Grunde will es mich vor Einsamkeit bewahren.

Am letzten Freitag haben wir es zusammen zur Friseurin geschafft. Ich wollte unbedingt meinen Pony nachschneiden lassen und hab vorher mit dem Angst-Mädchen gesprochen, dass ich es mitnehmen werde. Das ich nicht, wie sonst, um jeden Preis versuchen will sie loszuwerden und allein draußen stehen zu lassen. Ich habe ihr versprochen, dass sie auf meinem Schoß sitzen und dabei bleiben darf. Und das wir das trotzdem zusammen machen und nicht weglaufen werden.

Und tatsächlich hat mir dieses Bild geholfen und ich konnte mit frisch geschnittenem Pony zum Mittagstreff mit T. gehen. Wir haben gezittert und Luft geholt und in den Spiegel gesehen und fast geweint vor Angst. Aber wir sind geblieben bis die Angst fort war.

Am Abend habe ich mich kurz über meine Erschöpfung gewundert – aber, Leute! Ich! War! Beim! Friseur! Und danach dann dieses spontane Treffen mit T. – wieso wundere ich mich über Erschöpfung????

 

P.S.: Gestern war ich zusammen mit dem Angst-Mädchen beim „ich kann nicht singen-Chor“ – auch hier wollte das Angst-Mädchen mich aufhalten und ist dann einfach mit gekommen.

 

Die Liebe in Zeiten des Wettbewerbs

Das Kleine Wunder sprach über einen Schulwettbewerb, wie sehr sie will, dass ihre Klasse gewinnt. Das sie sich beim Basteln alle richtig anstrengen müssen, das es einen tollen Preis gibt. Unbedingt gewinnen müssten sie.

Und dann:

»Was red ich eigentlich? Ist doch gar nicht wichtig so ein Wettbewerb! Wichtig ist nur die Liebe.« und dann kam sie zu mir und gab mir einen Kuss. »Wichtig ist nur, dass wir uns lieb haben.«

Whoooosh! ❤

Tag 1 | Gewohnheiten ändern, Ziele erreichen. Ich stelle mich meinen Ängsten

Ich teste einen neuen Onlinekurs, in dem es darum geht seine Gewohnheiten zu ändern. Lies hier mein Ziel und den Beginn. Achtung: Des ist nicht zu verwechseln mit Angstübungen, die im Rahmen einer Konfrontationstherapie stattfinden!

Montag, 27.03., 11–13 Uhr, 1. Aktion
Ich gehe zu Fuß zum Café Ko., trinke dort einen Cappuccino und lese die Tageszeitung bis die Angst auf einer Skala von 1–10 auf ein Level unter 3 gesunken ist.

Belohnung: ist bereits inbegriffen (in „Ruhe“ Cappuccino trinken und Zeitung lesen). Außerdem werde ich danach essen und dann ruhen.

Wie ist es gelaufen?

Ich bin erst um 11.30 Uhr gestartet, weil mich die Zeitumstellung mal wieder aus der (Schlaf-)Bahn geworfen hat. Auf dem Weg traf ich dann erstmal T mit dem ich ein bisschen gequatscht habe. Das hat mein Angstlevel, der vorher bei 7 war runter gedimmt. (Das ist eine Art von Ablenkung gewesen, die ich mir bei einer „echten“ therapeutischen Angst-Konfrontation hätte verkneifen müssen.

Kurz vor dem Café Ko sah ich dann, dass J in einem weiteren Café Schicht hatte und hab mit der dann auch noch eine Runde gequatscht. Im Café Ko. angekommen war meine Angst bei 5, sank aber innerhalb von 10 Minuten auf 2. Dann hatte ich die Idee noch einmal um die Ecke zu meinem Büro zu gehen um da Post abzuholen. Dieses um die Ecke gehen ist eine größere Hürde für mich gewesen, Angst ist sowas von irrational! Da ich nun aber unbedingt Arbeitsmaterial holen wollte, bin ich durch die Angst, die wieder bei 7 war, gegangen. Auch das habe ich also geschafft. Auf dem Rückweg hatte ich dann keine Angst mehr.

Eigentlich wollte ich dann ja in Ruhe essen und ein bisschen liegen. Aber XY fragte, ob ich mit in den Wald möchte und das fand ich auch eine tolle Belohnung. Deshalb hab ich dann nur was auf die Schnelle gegessen und mir noch Brote geschmiert. Leider ist der Ausflug dann total in die Hose gegangen und hatte eher den Charakter einer Bestrafung als den einer Belohnung.

Ich lasse mich nicht unterkriegen. Morgen geht’s weiter!

Dienstag, 28.03., 11–13 Uhr, 2. Aktion
Ich fahre mit dem Rad zum Ch. und weiter bis zum halben Weg zum Laden „O3“. Dort halte ich mich auf, bis die Angst auf ein Level unter 3 gesunken ist.

Belohnung: Mittagessen auf Sonnenbalkon und anschließend 1/2 Stunde schlafen.

3 x dankbar, 18.03.2017

  • Erst um 2 im Bett und trotzdem gut geschlafen, das kenne ich gar nicht mehr von mir
  • Mit dem Kleinen Wunder ein „Rezept“ aus dem Kindergarten nachgekocht. Sie war sehr stolz, mich anleiten zu können, weil ich das „Rezept“ für in Spaghetti gesteckte Würstchenstücke nicht kannte. :`)
  • Im Wohnzimmer getanzt. Mit meiner neuen Platte (Vinyl!!!) noch mal in die guten Gefühle von gestern eingetaucht. „Brenn, brenn meine kleine Flamme“

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Ein Kreis schließt sich

Wie ich gestern Nacht schon geschrieben habe, war ich gestern in Bremen auf einem Konzert. Als der Krankheitsschub Anfang Februar losging, zählte tatsächlich „Oh nein, das Konzert!“ zu meinen ersten Gedanken. Die Karten hatte ich schon länger auf dem Schreibtisch liegen und die Vorfreude war groß.

Als ich 2013 zu Depeche Mode wollte, hatte ich einen Magen-Darm-Virus. Bei Musée Mécanique war das Kleine Wunder krank. Die We Are Scientists Karte, die ich XY zum Geburtstag geschenkt hatte, verfiel, weil er er an dem Tag plötzlich krank war und ich sie vor Ort auch nicht mehr losgeworden bin. Meinem Vater hatte ich zu Weihnachten Karten für Shadowland II geschenkt – an dem Termin im Januar hatte er die Grippe (verpasst hat er aber nichts weltbewegendes. Ich fand die Show sehr enttäuschend, vor allem bei den Ticketpreisen!). Ich habe zum Glück viele solcher Dinge schon vergessen. Es gab in den letzten Jahren sehr viele Vorhaben, die ich kurzfristig absagen musste, weil ich krank war.

Nun hab ich mich zum Glück wieder fit genug gefühlt für unser Vorhaben nach Bremen zu fahren. Da XY ein Auto hat, ging das auch sehr komfortabel. Eine Fahrt mit Zug und Straßenbahnen und mehrmaligem umsteigen wäre zu anstrengend für mich gewesen. Und XY ist für mich die Begleitung, die mir das größtmögliche Sicherheitsgefühl gibt.

Erstaulicherweise hatte ich unter diesen Bedingungen keinerlei Angst im Vorfeld. Bremen ist so schnuckelig, Freunde von mir und Verwandtschaft von XY wohnen dort – ich kann mich dort relativ wohl fühlen, obwohl Reisen in fremde Städte für mich oft kleine Höllentrips sind. Ich habe in der Nacht zuvor supergut geschlafen, hab nicht über Waswärewenns gegrübelt und war nur insofern aufgeregt, als das ich Vorfreude verspürte.

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Sogar als wir im Stau standen: Keine Angst. Keine Beklemmungen.

Wir waren mit XYs Verwandte zuvor noch essen – auch eine Situation (mit mir nicht so bekannten Menschen in einem Restaurant sitzen), die mich schon oft in Panik versetzt hat – ebenso wie Wege in fremden Städten zu Fuß bewältigen zu müssen, vor allem bei Dunkelheit.

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Im Yalla Yalla im Steintorviertel

Als wir später mit dem Auto auf dem Weg durch die Nacht ins Tivoli waren kamen Angstgefühe in mir hoch – alles wirkte so fremd und bedrohlich. Einer Eingebung folgend bat ich XY mit mir zusammen ein paar OM SHIVA Mantren zu singen: Das hat sofort geholfen! 🙂

Die Location war dann auch noch ziemlich klein und noch nicht einmal voll besucht. Für die Band natürlich schade, für mich eine Erleichterung.

Vom Band liefen die ganzen alten und mir wohlbekannten Indie-Grufti-Songs … Anne Clark, Philip Boa, Dead Can Dance, Kate Bush … dazu umwaberte mich die altbekannte Mischung aus Patchouli-Duft und Schwefel-Nebel. Das war ein Trip zurück in meine späte Jugend. Ein schöner Trip zurück in eine Zeit, in der bei mir Aufbruchsstimmung und Freundschaft und Musik und Vanilletee und Räucherstäbchen und liebevolle Gefühle und Melancholie und Fremdartigkeit und erste Lieben und tiefer Schmerz und Gemeinschaftlichkeit mein Leben bestimmten.

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Vorband Bayuk

Punk 20.30 Uhr ging’s los (sowas kenne ich aus Hannover gar nicht mehr). Mit Bayuk präsentierte sich uns eine großartige und sehr passende Vorband, wirklich richtig gut!

Und Klez.e … was soll ich sagen. Düster, schmerzvoll, politisch, sehend, berührend und bewegend. Ich musste tanzen und weinen und lachen und da sein. Meine müden Beine sind zum Leben erwacht, die Fatigue hat sich schlafen gelegt und meine Seele zog sehnsuchtsvolle Kreise.

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Klez.e

Als ich den Bandmitgliedern hinterher erzählt habe, wie großartig ich ihre Konzerte fand, hat mir Klez.e Sänger Tobias Siebert auch noch angeboten mir einen Gästelistenplatz zu geben für das morgige Konzert in Celle. Glücksgefühl!

❤ ❤ ❤

Nachtrag: Ich bin so unglaublich dankbar, dass mein Körper sich schon wieder so gut erholt hat. Meine Beine tragen mich noch immer. Das ich tanzen kann! Das mir heute mein volles Teeglas mal so eben aus der Hand glitt, weil meine Nerven wohl manchmal nicht merken, wie fest ich zupacken muss … was soll’s? Ich war müde, hatte zu wenig Schlaf auf der Mütze. Dafür. Kann. Ich. Gehen. Und. tanzen. Und. Hüpfen!

3 x dankbar, 16.03.2017

  • So schön entspannt nach der Massage und Behandlung bei meinem Ayurveda-Therapeuten
  • So ein wunderschöner Frühlingstag und auf dem Balkon die Sonne ins Gesicht scheinen lassen! 🙂
  • T hat mir schon einige Sachen repariert und heute konnte ich ihm auch mal helfen. Habe etwas eingekauft, weil er zu Hause mit krankem Kind eingesperrt war.

 

Bunter Frühlingssalat mit Ziegenkäse, rosa Pfeffer und geröstetem Olivenöl-Toast

Passend zum frühlingshaften Wetter gab’s heute Salat bei mir. Mit folgenden gesunden Zutaten:

  • Feldsalat, gut gewaschen – ich hasse es, auf Sandkörner zu beißen! 😉
  • Rucola, gut gewaschen
  • Postelein*, gut gewaschen – man kann ihn auch einfach weglassen, wenn man keinen bekommt.
  • Champignons, fein geschnitten
  • 1 Möhre, geraspelt
  • rote Paprika, in kleine Streifen geschnitten
  • Schlangengurke, in kleine Stücke geschnitten
  • Cherrytomaten, geviertelt
  • Ziegenkäse ich hatte heute welchen aus Portugal, den mir mein Bruder geschickt hat. Sehr lecker und passend ist aber auch Ziegenfrischkäse aus dem Bioladen oder frisch vom Bauernmarkt (gibt es momentan aber noch nicht, die Ziegen machen noch Milchpause und danach brauchen sie ihre Milch erstmal für ihre Zicklein)
  • rosa Pefferkörner
  • mehrere Scheiben Toastbrot (am Besten Vollkorn)
  • Olivenöl

Und für das Dressing:

  • Saft einer halben Zitrone
  • 1 TL Senf
  • 1/2 TL Honig
  • 3 EL Olivenöl
  • 2 EL Leinöl**
  • etwas Sahne (als Emulgator, die Sahne verbindet die öligen Komponenten mit den anderen Zutaten. Kann man aber auch weglassen. Dann vor jeder Entnahme von Dressing gut rühren)
  1. Die Salatzutaten – bis auf das Toastbrot und das Olivenöl – einfach zusammen mixen. Die Mengen einfach nach Geschmack selbst zusammen stellen. Das Dressing reicht für eine mittlere Schüssel = ca. für eine Person.
  2. Ebenso das Dressing zusammen rühren.
  3. Das Toastbrot in kleine Würfel schneiden (1,5 x 1,5 cm oder so ähnlich) und
  4. in gutem Olivenöl sanft anbraten. Das Öl darf nicht so heiß werden, dass es raucht – denn dann ist es u.a. Krebserregend. Wenn die Brotstücke leicht gebräunt sind, wenden und dann
  5. Auf die Salatportion Dressing geben und alles verrühren.
  6. Erst danach einige der Brotstücke über die Portion geben.

 

*Postelein bekommst Du auf dem Biomarkt und manchmal auch in guten Bioläden. Ich habe ihn im Winter häufiger in meiner Bio-Gemüsekiste, die ich mir liefern lasse. Da er viele Omega-3-Fettsäuren enthält und als entzündungshemmend gilt, finde ich ihn als Nahrungsmittel besonders für Menschen mit chronischen Entzündungen interessant.

**Leinöl enthält richtig viel Omega-3-Fettsäure α-Linolensäure. Da diese eine entzündungshemmende Wirkung hat ist das Leinöl für mich eine wohlschmeckende Medizin. Ich nehme regelmäßig immer mal einen Löffel pur. Übrigens gibt es auch Studien, die nahelegen, dass es Ängste und Depressionen lindern kann. Sehr wichtig ist es, dass ihr das Öl konsequent im Kühlschrank aufbewahrt, sonst verdirbt es sehr schnell und wird nicht nur bitter, sondern auch ungesund.