Und immer fühle ich mich verantwortlich

… dabei ist es wirklich an der Zeit, mich um mich selbst zu kümmern.

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Diese Tage, schwarzbunt

  • Heute ist der 5. Johanniskrauttag. Ich hoffe auf eine Wirkung nach zwei Wochen und zähle die Tage … noch 9 Tage.
  • Am Montag waren wir endlich in der Beratung, mein Ex und ich. Ich konnte dort im geschützten Rahmen nochmal ganz deutlich sagen, dass ich mich schon länger als Single sehe. Für ihn war das sichtbar schlimm. Er hatte es wirklich nicht wahr haben wollen. Mich hat das auch aufgewühlt, ich bin voller Mitgefühl und kam mir irgendwie schlecht vor. Ich hatte ja Angst, dass er ausrastet, das ist aber nicht geschehen. Er war gleich in der Trauer, statt wie ind er Vergangenheit so oft den Umweg über Wut zu nehmen. Danach hatten wir sogar noch ein längeres gutes Gespräch, das auch mur gut getan hat.
  • Mit T. komme ich gut klar, es wirft mich weniger aus der Bahn als gedacht. Und glaube mittlerweile wirklich, dass wir zusammen in einer Freundschaft besser aufgehoben sind, als in einer Beziehung. Sehnsucht bleibt, aber das ist vielleicht auch eine ganz alte Sehnsucht, die weniger mit T direkt zu tun hat.
  • M (das Date von neulich) ist im Urlaub. Ich habe ihn 3x getroffen und es war jedes Mal toll. Lustig, tiefsinnig, angenehm. Und er scheint von mir angetan. Seitdem er im Urlaub ist, schreiben wir uns täglich und ich bin gespannt auf seine Rückkehr.
  • Ich gehe fast jeden Morgen kurz Laufen, Intervalltraining. Heute bin ich bei 4 x 2 Minuten Gehen, 5 Minuten Laufen im Wechsel angekommen. Es fühlt sich gut an (hinterher). Was mich deutlich motiviert, ist der Wille kein chemisches Antidepressivum nehmen zu müssen.
  • Ich versuche mehr Erinnerungen an meine Kindheit zu aktivieren. Es ist seltsam, dass ich nur so kurze Erinnerungsfetzen habe und das meiste im Dunkeln liegt. Ich frage mich, ob was passiert ist.
  • Bitte, liebes Universum, lass das Johanniskraut bald wirken, ich möchte mich so gern wieder besser fühlen.

Um meine Augen zieht die Nacht sich, wie ein Ring zusammen

Dieses Gedicht von Else Lasker-Schüler hat mir schon in der 11. Klasse so sehr aus der Seele gesprochen und zur Zeit kommt es mir wieder sehr oft in den Sinn. Es wäre so schön, leichten Fußes durch das Leben zu gehen, aber das scheint nicht mein Programm zu sein. Seit gestern nehme ich Johanniskraut, zum Venlafaxin konnte ich mich wirklich nicht durchringen.


Gott hör …

Um meine Augen zieht die Nacht sich
Wie ein Ring zusammen.
Mein Puls verwandelte das Blut in Flammen
Und doch war alles grau und kalt um mich.

O Gott und bei lebendigem Tage,
Träum ich vom Tod.
Im Wasser trink ich ihn und würge ihn im Brot.
Für meine Traurigkeit gibt es kein Maß auf deiner Waage.

Gott hör … In deiner blauen Lieblingsfarbe
Sang ich das Lied von deines Himmels Dach –
Und weckte doch in deinem ewigen Hauche nicht den Tag.
Mein Herz schämt sich vor dir fast seiner tauben Narbe.

Wo ende ich? – 0 Gott!! Denn in die Sterne,
Auch in den Mond sah ich, in alle deiner Früchte Tal.
Der rote Wein wird schon in seiner Beere schal …
Und überall – die Bitternis – in jedem Kerne.

Willst Du das Scheitern kennenlernen, dann schenke Dein Herz einem Süchtigen

Mir ist beim Ausmisten mein Tagebuch aus 2015 in die Hände gefallen. Und immer wenn mir Zweifel kommen, ob ich nicht zu streng war, ob ich nicht falsch liege, ob ich mir nicht ein Herz fassen sollte und es wieder öffnen sollte für diesen Menschen, immer dann sollte ich in den alten Tagebüchern lesen.

Das Verzeihen wird erst später kommen. Der erste Schritt ist Verarbeiten. Hier ist Platz für all die Traurigkeit und Enttäuschung, für meine Wut und Verzweiflung:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

tindernisse

Was für ein Tag schon wieder. Morgens ein Frühstücksdate. Ja, ich gebe zu, ich gucke manchmal auf dem unsäglichen tinder und hatte schon zwei Dates, eines sterbenslangweilig, das andere so lala, daraus könnte mit etwas Mühe eine Freundschaft werden.

Heute bin ich erwartungslos dort hin. Und dann sah der Typ freundlicher aus als auf dem Bild. Das war wirklich nett. Ich war sehr überrascht. Endlich mal wieder jemand, der in einer ähnlichen Realität wie ich lebt. Danach bin ich ziemlich aufgedreht zur Arbeit, weil mich sowas eben aufdreht.

Und genau in dem Moment kam eine Mail von T, der sich die letzten drei Tage nicht gemeldet hatte. Genau dann als ich mal davon abgelenkt war und mich gefreut habe. Da ist wieder das Drehbuch zum französischen Film am Werke, oder?

Er hatte sich verkrochen, weil es ihm so mies ging. Und dann haben wir telefoniert und es ist wirklich nicht einfach für mich, mit diesem Gefühlswirrwarr klar zu kommen. Für Sonntag hat er eine Einladung aufs Land und will mich und das Kleine Wunder gern mitnehmen zu deiner guten Freundin zum Kaffee trinken und spazieren gehen. Jaja, … passt alles nicht zusammen und ist ziemlich sicher auch nicht gut für mich. Auf der anderen Seite wäre es sicher schön und für die Kinder auch toll und es gäbe viel zu lachen. Zwei Depressive die zusammen lachen können, das ist doch was!

Das mit dem Loslassen ist echt einfach nicht so mein Ding :/

Ich meditiere weiter …

Tag ohne Farben

Traurig, sehr traurig ins Bett gegangen, unruhig geschlafen, deprimiert aufgewacht. Froh, heute meine monatliche Therapiestunde zu haben und dann war es so zäh. Die Therapeutin meinte irgendwann, sie hätte jetzt Watte im Kopf. Hatte ich schon vorher. Und hinterher. Und jetzt.

Und neben mir liegt eine Packung Antidepressiva, die mir der Schmerztherapeut, neben Ergotherapie, am Montag verschrieben hat. Heute erst hab ich das Rezept eingelöst. Unentschlossen. Ich hatte darauf gehofft, dass er mir was verschreibt. Und nun überwiegt die Angst vor Nebenwirkungen. Was, wenn alles nur noch schlimmer wird? Panikattacken und Unruhe als Nebenwirkung. Dankeschön. Absetzsyndrom. Toll. Schaffe ich es nicht doch besser ohne Medikamente? Wird mein Körper es mir nicht viel eher danken, wenn ich es ohne hinkriege? Das Gefühl von Depersonalisation, das ebenfalls als Nebenwirkung auftreten kann, kenne ich doch nur zu gut, es ist einer meiner schlimmsten Angsttrigger. Blutungsneigung, Übelkeit, Erbrechen (Ey, ich habe eine Emetophobie! Also Angst vor dem Erbrechen). Schlimmer gehts auch noch. Aber das ist dann nur selten der Fall.

Aber es soll langfristig gegen die Schmerzen helfen, gegen dieses lähmende Gefühl der Depression, gegen Angstgefühle. Das wäre ja ein Traum! Lande ich damit im Paradies der Leichtigkeit? Unwahrscheinlich. Aber ein bisschen mehr Licht wäre schon gut.

Ich fühle mich gerade jetzt überhaupt gar nicht in der Lage eine Entscheidung zu treffen. Es ist schon schwer genug, zu entscheiden, was ich Morgens anziehe, damit ich mich einigermaßen wohl fühle.

Ich vermisse T. Würde ihn gerne anrufen und mit ihm darüber sprechen. Aber da er sich nicht meldet, lasse ich es auch. Ich kenne das Gefühl, wenn jemand Gefühle für mich hat, die ich nicht habe. Das kann auch leicht mal nerven,

Nimm mich mit, nimm mich mit flatterhafte Demut, schlag deine krummen Flügel um mich.

Seit einer Woche höre ich wieder diese CD, immer wieder. Es ist ein wunderbares Album, melancholisch, lebendig, traurig und bejahend.

Gisbert kenne ich seit zehn Jahren, ich würd gern mal wieder mit ihm sprechen. Aber er ist jetzt so berühmt, dass es mich nur verunsichert und ihn vielleicht auch.

 

Diese Tage sind so fern von allem, Hitze & Beton.
Die große Stadt,
sie liegt da wie ein verwundeter Vogel
so auch ich, so auch ich
Ich denke und denke
wie immer viel zu viel.
Immer ist da irgendetwas,
das mich einlullt und mich lähmt.
Und ist es nicht die Hitze,
und dann meine Dickköpfigkeit
oder meine dünne Haut.
Und ich warte auf den Abend
und seine kühlende Hand
unten am Fluss mit den Füßen im Sand.

Und den Blick
auf die gewaltigen Tiere
mit metallenen Krallen
mit Neonlicht-Augen
und die Container, die fallen
unter grandiosem Gepolter
in den hungrigen Bauch
eines uralten Frachters
und mein Herz, es poltert auch.
Nimm mich mit, nimm mich mit
flatterhafte Demut,
schlag deine krummen Flügel um mich.
Dieser Kopf oh dieser Kopf
macht sich viel zu wichtig.
Unergründliches Leben,
was wissen wir denn schon von dir?
Wir wurden geboren und wir sterben
und danach weht der Wind wie immer.
Und ein Mensch geht die Stufen
hinunter zum Fluss
legt seinen Kopf in die Nacht
und die Füße in den Sand.

Und sieht die gewaltigen Tiere
mit metallenen Krallen
mit Neonlicht-Augen
und die Container,
die fallen
unter grandiosem Gepolter
in den hungrigen Bauch
eines uralten Frachters
und sein Herz, es poltert auch.
Oh, ich hoffe es verirrt sich nicht
so verwirrt wie es ist
auf dieser endlosen Suche
nach ein bisschen mehr Licht.

Was auch immer das dann ist …

Dancin’ on do the boogie all night long

Coldest winter for me
No sun is shining anymore
The only thing I feel is pain
Caused by absence of you
Suspense is controlling my mind
I cannot find the way out of here
I want you by my side
So that I never feel alone again
And I want you
We can bring it on the floor
You’ve never danced like this before
We don’t talk about it
Dancin’ on do the boogie all night long
Stoned in paradise, shouldn’t talk about it